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Die Stadt Sigulda in Lettland

Tor zum Gauja Nationalpark - der "lettischen Schweiz"

Picknick am Gaujaufer
Picknick am Gaujaufer
Sigulda (auf Deutsch Segewold) liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich von Riga am Fluss Gauja. Die Region um Sigulda wird die Lettische bzw. Livländische Schweiz genannt, da es hier viele Hügel gibt, die im Winter sogar zum Skifahren taugen. In Sigulda selbst gibt es eine Bob- und Rodelbahn, auf der regelmäßig Weltcuprennen ausgetragen werden.
Ruine der Ordensburg
Ruine der Ordensburg
Im Herbst beeindruckt die Landschaft mit ih- ren rot gefärbten Blät- tern. Da Sigulda praktisch das Eingangstor zum Gauja-Nationalpark bildet, ist es ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge.

Bereits im 11. Jahrhundert wurde das Gaujatal von den Liven besiedelt und etliche Holzburgen errichtet. Später kamen auch durch den Deutschen Ritterorden Steinburgen hinzu. Anfang des 13. Jahrhunderts baute der Schwertbrüderorden in Sigulda eine Zwingburg, die in den Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts zerstört wurde. Heute kann man noch einzelne Teile der Ruinen besichtigen und das Ende des 19. Jahrhunderts anstelle der einstigen Vorburg errichtete Neue Schloss. In diesem hat heute die Stadtverwaltung ihr Domizil, im Erdgeschoss befindet sich ein Restaurant. Sehenswert ist auch die nahe gelegene Kirche, die ihre Ursprünge auch im 13. Jahrhundert hat.
Bischofsburg Turaida
Bischofsburg Turaida
Die bekannteste Burg bei Sigulda ist neben Krimulda aber wohl die Burg von Turaida. Im 13. Jahrhundert ließ der Livenälteste Kaupo an dieser Stelle eine Holzburg errichten. Diese wurde aber 1212 zerstört. Kaupo war einer der ersten ranghohen Liven, die sich taufen ließen. Anstelle der zerstörten Kaupoburg ließ Bischof Albert von Riga 1214 seine Sommerburg Vredeland, später Treiden genannt, errichten. Nach einem Großbrand im 18. Jahrhundert verfiel diese Burg immer mehr. Inzwischen ist sie aber großenteils rekonstruiert und für die Öffentlichkeit zugänglich. In den einzelnen Gebäuden sind verschiedene Ausstellungen v.a. zur Kaupoburg zu besichtigen. Unweit der Burg befindet sich der sogenannte Dainu Kalns mit verschiedenen Steinskulpturen, die auf Themen aus den lettischen Volksliedern (Dainas) anspielen.
Gutmahishöhle
Gutmahishöhle
Unweit der Burg befindet sich die Gutmannshöhle. Dies ist die höchste Höhle in Lettland, 10 Meter hoch und etwa 19 Meter lang. In ihr entspringt eine Quelle, deren Wasser einer Legende nach von einem guten Mann an Pilger verteilt wurde und Heilkräfte haben soll. Daraus entstand der Name dieser Grotte.
Um die Gutmannshöhle rankt sich noch eine andere Geschichte, die der schönen Maja. Sie soll im 17. Jahrhundert als Findelkind auf die Burg Turaida gekommen sein. Da sie sich in den Gärtner von Sigulda verliebte und dieser sich ebenfalls in sie, trafen sich die beiden regelmäßig dort an der Höhle. Der Verliebte grub eine höher gelegene Höhle, die Viktorhöhle, damit Maja einen besseren Blick auf Sigulda hätte. Ein polnischer Soldat verliebte sich aber ebenfalls in Maja und lockte sie mit einem Trick zu dem geheimen Treffpunkt, wo er sie tötete, als sie sich weigerte, sich ihm hinzugeben. Maja wurde unter einer Linde auf der Burg Turaida begraben. An diese Kriminalgeschichte erinnern ausgestellte Gerichtsbücher in der alten Holzkirche von Turaida.
Seilbahn über die Gauja
Seilbahn über die Gauja
Um von Turaida aus Sigulda zu erreichen, daß auf der anderen Uferseite liegt, kann man entweder der Hauptstraße folgen und über eine lange Brücke die Gauja überqueren. Oder man wandert durch den Wald vorbei an der ehemaligen Ordensburgruine Krimulda und dem nahe gelegenen neuen Schloß aus dem 19. Jahrhundert. Hier ist heute ein Sanatorium untergebracht. Von hier nutzt man am besten die Seilbahn, die seit 1969 das tiefe Gaujatal überspannt und genießt einen einmaligen Blick über das tiefste Tal des Baltikums.


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