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Johanniskirche
Terrakottafiguren der Johanniskirche

Tartu (Dorpat) Geschichte

Im 7. Jh. n. Chr. gründeten finno-ugrische Ureinwohner am Fluss Emajögi die Festung Tarbatu, die sich zum wichtigen Stützpunkt auf der Handelsroute von Skandinavien nach Russland entwickelte. 1030 wurde die Holzfestung von Jaroslaw dem Weisen, Großfürst von Kiew, zerstört. Unter seinem Taufnamen Jurjew errichtete er eine neue Festung, wurde jedoch schon 1061 wieder aus dem Land getrieben.

1224 eroberte der Schwertbrüderorden im Rahmen der Kreuzzüge den Ort und machte ihn unter dem Namen Dorpat zum Bischofssitz im von Riga beherrschten Ordensstaat Livland. 1262 zerstörte Prinz Dmitri von Nowgorod die Stadt, konnte jedoch die Steinfestung auf dem Domberg nicht einnehmen. 1280 trat Dorpat der Hanse bei und wurde wichtiges Bindeglied zwischen der Hansestadt Reval (Tallinn) und den russischen Städten Pskow und Nowgorod.

Nachdem sich der Ordensstaat durch die verlustreichen Schlachten mit Polen-Litauen aufgerieben hatte, marschierte Iwan der Schreckliche 1558 in Livland ein und eroberte auch Dorpat. Im hierdurch ausgelösten Livländischen Krieg, in dem neben Russland auch Dänemark, Schweden und Polen-Litauen um die Vorherrschaft im Baltikum kämpften, fiel die Stadt zunächst 1582 unter polnisch-litauische Herrschaft. Kurz darauf konnte Schweden seine Herrschaft vom nördlichen Livland auch auf den südlichen Bereich ausweiten und 1625 wehte die schwedische Flagge am Emajögi. Doch bereits 1704 wurde die Stadt im Großen Nordischen Krieg vom russischen Zaren Peter dem Großen erobert und verfiel in den folgenden Jahren. 1775 zerstörte dann ein Großfeuer den mittelalterlichen Stadtkern. Erst Ende des 18. Jh. wurde die Stadt neu errichtet und erlebte unter russischer Herrschaft erneute Blühte.

In Folge des Ersten Weltkriegs und der Wirren der russischen Revolution riefen die estnischen Ureinwohner 1918 in der nun Tartu genannten Stadt die Unabhängigkeit aus. Nach der deutschen Kapitulation rückten zwar noch mal die Sowjets ein, doch nach 13-monatigem Unabhängigkeitskampf erkannte die Sowjetunion die Republik Estland an. Nachdem die Sowjets dann 1939 in Folge des Hitler-Stalin-Paktes erneut einmarschierten und der Eroberung durch die Wehrmacht sowie Rückeroberung durch die Sowjets, blieben diese bis 1991, als Estland wieder unabhängig wurde.

 

Universität Tartu
Universität Tartu

Kultur Tartu Universität

Aus den Anfängen der Siedlung am Emajögi gibt es nur wenig kulturhistorische Zeugnisse, da das Land nicht alpha- betisiert war und die Eroberer an Stelle der Holzfestung steinerne Bauwerke errichteten. Zu den (teilweise) erhalte- nen Bauwerken aus dem Mittelalter zählt die Ruine des ab Mitte des 13. Jh. auf einem Hügel errichteten Doms zu Dorpat und die Johanniskirche aus dem 14. Jh. in der Unterstadt, die mit ihren über 1.000 Terrakottafiguren zu den beeindruckendsten Werken der Backsteingotik zählt.

Während der Herrschaft der Kreuzritter waren die Ureinwohner Leibeigene der deutschen Grundbesitzer, Zugang zu Bildung wurde ihnen nicht gewährt. Dies änderte sich unter der Herrschaft des schwedischen Königs Gustav II. Adolf, der die berühmte, nach ihm benannte Academia Gustaviana Dorpatensis in Dorpat gründete. Noch heute spricht man hier von der guten alten schwedischen Zeit.

Die war unter der Herrschaft Peters des Großen beendet, der die Universität schloss und die Stadt verfallen ließ. Der Großbrand im 18. Jh. zerstörte bis auf wenige Ausnahmen die letzten gotischen Zeugnisse. Der Neuaufbau gab der Stadt dann ihr klassizistisches Gesicht. Zu den schönsten Bauwerken dieser Epoche zählt das 1789 errichtete Rathaus.

Zar Alexander I. gründete 1802 die Hochschule neu als Kaiserliche Universität zu Dorpat und setzte einen deutschen Lehrkörper ein. An der einzigen deutschsprachigen Universität im russischen Reich wurden Adel und Beamtenschaft von Livland ausgebildet, das zwar unter russischer Oberherrschaft stand, dessen Verwaltung aber bis Ende des 19. Jh. in deutscher Hand blieb. Internationales Ansehen erlangte die medizinische Fakultät. An ihr erhielt der Humboldt des Nordens genannte Karl Ernst von Baer seine Ausbildung. Nach seiner Habilitation in Königsberg entdeckte er dort die Eizellen der Säugetiere und legte die Grundlagen zur Genetik.

Mitte des 19. Jh. drängten auch estnische Studenten im Rahmen des Nationalen Erwachens an die Universität, die nun zum Zentrum des erwachenden Bewusstseins estnischer Kultur wurde. 1869 wurde das erste Estnische Sängerfest in Dorpat abgehalten, ein Jahr später öffnete hier Vanemuine, das erste estnische Theater, seine Pforten. Ende dieses Jahrhunderts wurde sowohl die deutsche Tradition als auch das beginnende estnische Nationalbewusstsein durch nationalistische Tendenzen im russischen Mutterland und der anschließenden Russifizierung in Estland zurückgedrängt, die Stadt nun wieder in Jurjew umbenannt.

Doch die estnische Unabhängigkeitsbewegung erstarkte im Untergrund und führte 1918 zum Ausrufen der Republik in Tartu, das nun kulturelle Hauptstadt von Estland wurde. Auch in der zweiten Hälfte des 20. Jh. war Tartu erneut Zentrum des Widerstands gegen die Sowjetmacht. 1977 wurde zum 59. Geburtstag der Republik die estnische Flagge auf dem Vanemuine-Theater gehisst, zehn Jahre später begannen hier offene Proteste und der Ruf nach Abspaltung von Moskau. Nachdem Estland in Folge der Singenden Revolution 1991 wieder eine unabhängige Republik wurde, hat auch Tartu das sowjetische Grau abgestreift und seinen alten Status als kulturelles und wissenschaftliches Zentrum des Landes zurückerlangt. Die Universität genießt international wieder einen hervorragenden Ruf, die zahlreichen Kneipen in der Altstadt sind fest in Hand der Studenten, die zusammen mit der klassizistischen Architektur das Gesicht des jungen, alten Tartu prägen.

 

Rathausplatz in Tart
Rathausplatz in Tartu

Tartu Hotels Pension Appartement Freizeit Restaurants

Tartu wird von den meisten Estlandreisenden nur im Vorbeifahren besucht, die meist in den Hauptstädten übernachten. Dabei lohnt es sich, hier ein oder zwei Übernachtungen einzulegen. Die Hotels bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und in der Altstadt finden Sie manch kleines Restaurant mit originaler Landeskost. Baltikum Tours bietet Tartu Hotels in allen Kategorien. Wenn Sie in Tartu preiswerte Hotels suchen sind Sie hier genauso richtig, wie wenn Sie ein Business-Klasse oder Luxus-Hotel buchen möchten. Pensionen und Appartements sind in Tartu leider kaum verfügbar, da die wenigen vorhandenen meist von Studenten belegt sind. Für Gruppen organisieren wir gerne Dinner in den Gewölben des Pulverkellers der ehemaligen Burg oder in kleinen, individuellen Restaurants mit estnischen oder internationalen Spezialitäten.



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