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Tallinn

Hauptstadt von Estland

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Stadtmauer Tallinn
Stadtmauer von Tallinn

Tallinn (Reval) Geschichte und Wirtschaft

1154 wurde eine städtische Siedlung, dort wo heute Tallinn liegt, auf einer arabischen Weltkarte aufgeführt. Damit ist die Stadt, der 1248 vom dänischen König als Reval das lübecksche Stadtrecht verliehen wurde, eine der ältesten Städte an der Ostsee.

Ende des 13. Jahrhunderts erfolgte der Beitritt zur Hanse, wonach Reval zu einem der wichtigsten Häfen des Ostsee- handels wurde. Obwohl die Stadt zu dieser Zeit unter dänischer Oberherrschaft stand, bildete sich eine deutsche Oberschicht heraus. 1346 verkaufte der König von Dänemark Nord-Estland samt Reval an den Deutschen Orden. 1524 hielt die Reformation Einzug in Reval.

Nach der legendären Schlacht 1542 auf dem Peipussee besiegte Russland 1561 den Deutschen Orden. Reval wandte sich jedoch Schweden als Schutzmacht zu, noch heute sprechen die Bewohner der Stadt von der guten alten schwedischen Zeit, in der auch die Esten weitgehende Bürgerrechte erhielten. Die war 1710 zu Ende, als die Stadt im Großen nordischen Krieg von Russland erobert wurde. Zar Peter der Große übergab den ihm nun treu ergebenen deutschen Rats- und Adelsgeschlechtern wieder die Ver- waltung der Stadt. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Rechte der Stadtverwaltung jedoch nach und nach beschnitten.

Wie Riga, so wurde auch Reval Mitte des 19. Jh. vom "Nationalen Erwachen" der Urbevölkerung ergriffen. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs gelang es den Esten erstmals die Unabhängigkeit zu erlangen und die Republik Estland mit der nun Tallinn geheißenen Hauptstadt auszurufen.

Durch das geheime Zusatzprotokoll des Molotow-Ribbentrop-Paktes wurde Estland dann 1939 von der Sowjetunion besetzt, die ersten Deportationen der estnischen Elite nach Sibirien begannen. Die Deutsch-Balten folgten dem Ruf “Heim ins Reich“, womit die Geschichte der Deutschen in Baltikum bis auf das Zwischen- spiel der Besetzung durch die Wehrmacht von 1941 bis 1944 endete. Nach einem schweren Luftangriff der Sowjetunion auf Tallinn, bei dem ein Teil der Altstadt zerstört und über 600 Menschen den Tot fanden, fiel Estland wieder dem Einflussbereich der Sowjets zu. In der Folge litten die Esten, die in Moskau als besonders störrisch verrufen waren, wie kaum ein anderes Volk unter dem Stalinismus.

1991 nutzten die Esten den Putsch in Moskau und riefen Tallinn in Folge der Singenden Revolution erneut als Hauptstadt eines unabhängigen Estlands aus. Die ehemalige Zentralmacht im Osten und weitere Staaten erkannten die neue alte Nation an, die kurz darauf der UNO beitrat. Seit 2004 ist Estland auch in der Nato und der EU. 2007 kam es zu Unruhen russischstämmiger Jugendlicher. Obwohl diese in der internationalen Berichterstattung breiten Raum fanden, muss man dazu sagen, dass diese einmalig blieben und weit weniger dramatisch als dargestellt oder gar verglichen mit den Krawallen zum 1. Mai in Berlin-Kreuzberg oder den europaweiten Ausschreitungen während der G8-Gipfel 2001 und 2007 waren.

Bemerkenswerter ist eher der wirtschaftliche Aufschwung des Landes, gerne als Baltischer Tiger bezeichnet, und seiner Hauptstadt. Mit der Unabhängigkeit wurden die traditionell guten Beziehungen zu Finnland, das wie Estland zum finno-ugrischen Sprachraum gehört, erneuert. Blitzschnell wurde die Altstadt vom sowjetischen Mief befreit, der Tourismus brachte den ersten Aufschwung. Doch mit Stolz blickt das kleine Land auch auf seine moderne Infrastruktur, besonders im Bereich der neuen Medien. Jede Großmutter im Land geht spielend mit Internet und Mobiltelefon um, welches hier übrigens auch seit langem zum Bezahlen in Geschäften und der Gastronomie eingesetzt wird. In dem modernen, mit Glasfassaden strahlenden, Banken- und Geschäftsviertel sind die höchsten Bürogebäude Europas zu finden. Unter- nehmen aus der ganzen Welt wissen die günstigen Steuersätze des Landes sowie die außergewöhnliche Bildung seiner Einwohner zu schätzen und haben hier Dependancen gegründet oder gleich ihren Sitz hierher verlegt.

 

Modernes Tallinn
Modernes Tallinn

Tallinn Stadtführung Kultur Sängerfest Gotik Architektur Oper Kadriorg Birgitta Festival Pirita

Bereits in den Unabhängigkeitsbestrebungen während des „Nationalen Erwachens“ im vorletzten Jahrhundert spielte das Singen eine wichtige Rolle. Da der estnische Teil der Bevölkerung während der deutschen und russischen Herr- schaft keinen Zugang zu schulischer Bildung hatte, bildete sich die nationale Identität in einem großen Schatz von Volksliedern heraus. 1988 stimmte ein Chor von 30.000 Sängern vor einem Publikum von 500.000 Esten auf dem Sängerfestplatz Lauluväljak die in der Sowjetunion verbotenen Lieder an - der Beginn eines erneut unabhängigen Estlands. Nun findet auch wieder alle fünf Jahre hier das Sängerfest statt. Volksmusik besitzt noch und gerade heute hier einen völlig anderen Stellenwert als zum Beispiel in Deutschland. Kaum ein Este, der nicht in einem Chor singt oder in einer Tanzgruppe mitwirkt. Das liegt wohl mit daran, dass auch moderne Elemente Einzug in Komposition und Choreographie halten.

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde auch in der klassischen Musik ein estnischer Stil gegründet, der von der Russischen Romantik beeinflusst war, da viele Komponisten und Dirigenten am Konservatorium in St. Petersburg studierten. Konzertchöre von hohem Niveau wurden gegründet, Opernhäuser, Orchester und Balletschulen entstanden. 1908 wurde mit Lembitus Tochter von Artur Lemba die erste estnische Oper aufgeführt, im Jahr darauf die erste Symphonie vom gleichen Komponisten. Die bekanntesten Komponisten sind Arvo Pärt und der 2000 verstorbene Lepo Sumera, der auch als Kultusminister die Musik im Land gefördert hatte. Heute genießt die Tallinn Oper einen hervorragenden Ruf, die auch das jährlich im August stattfindende Pirita-Festival (Birgitta-Festival) in den Ruinen des gleichnamigen Klosters organisiert, wo Opern sowie klassisches Ballet und moderne Choreographien gezeigt werden.

Großen Stellenwert spielen in der Tradition des Landes auch Epen und Sagen. Das dem finnischen Kalevala verwandte Nationalepos Kalevipoeg beruht hauptsächlich auf Volkserzählungen, die Mitte des 19. Jahrhunderts ursprünglich von Friedrich Robert Fählmann und nach seinem Tod von Friedrich Reinhold Kreutzwald zusammengetragen und im Stil der altestnischen Stabreimdichtung zu Papier gebracht wurden.

Unrecht tut den Esten, wer nur ihre skandinavische Zurückhaltung sieht. Neben einer großen Herzlichkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit zeichnet sie vor allem eine überschäumende Lebensfreude und leise Selbstironie aus, die sich nicht nur in Mode und Musik, sondern in allen Bereichen des kulturellen Lebens widerspiegelt.

Architektonisch ist in Tallinn natürlich zuerst die Gotik zu nennen. Schmale, gotische Häuser in engen Gassen gaben der Stadt den Beinamen Puppenstube des Baltikums. Das Rathaus von Tallinn ist das weltweit am besten erhaltene Bauwerk der Hochgotik. Anders als in Riga und vielen weiteren Hansestädten findet man hier jedoch kaum Backsteingotik. Hauptbaumaterial der Kirchen, Klöster und weiterer Prachtbauten war Muschelkalk. Besonders im winterlich verschneiten Tallinn wirken die nachts mit gelbem Licht angestrahlten Fassaden in der Altstadt wunderschön. Während Adel und Klerus auf dem Domberg (Toompea) residierten, siedelte sich das Bürgertum in der Unterstadt an. Laufende Streitereien und Misstrauen zwischen der Oberstadt und den Bürgern führten zur Errichtung einer innerstädtischen Mauer, die genauso hoch wie die äußere Stadtmauer ist. Heute sind noch fast 2 km der Mauer und 26 von einst 45 Wehrtürmen mit so klangvollen Namen wie Paks Margaretha (Fette Margarethe), Neitsi Torn (Jungfrauenturm) oder Kiek in de Koek erhalten. Handwerker und Kaufleute gründeten Gilde, die heute noch vom Reichtum der Hanse erzählen. Imposante Kirchen und Klöster zeugen von den verschiedenen Glaubensrichtungen der wechselnden Herrscher Estlands. Der Turm der Olai-Kirche war mit 159 m einst das höchste Bauwerk der Welt. Die Hauptstadt Tallinn verbindet heute das Unesco-Weltkulturerbe seiner Altstadt, mit der Weltoffenheit seiner Bewohner.

 

Schloss Kadriorg
Schloss Kadriorg

Tallinn Hotels, Pension, Fähre, Appartement, Flug, Restaurant, Mietwagen, Autovermietung, Stadtführung, Freizeit

Per Flug erreichen Sie Tallinn mit der estnischen Flugge- sellschaft Estonian Air, die Direkt-Flüge ab Frankfurt, Wien, München, Hamburg und Brüssel sowie vielen weiteren Städten in Europa anbietet. Billigflüge gibt es u.a. ab Berlin Schönefeld. Fährverbindungen gibt es von Deutschland aus nicht direkt, jedoch fährt eine Fähre von Rostock mit kur- zem Zwischentopp in Helsinki nach Tallinn. Weitere Fähren gibt es nach Stockholm und St. Petersburg.

Die Stadt am finnischen Meerbusen hat zwar weniger Einwohner als die hanseatische Schwesterstadt Riga und auch das Nachtleben ist hier nicht so üppig wie an der Daugava, doch braucht sich die nördlichste Hansestadt in Punkto Qualität vor niemandem zu verstecken: die geschmackvoll eingerichteten Restaurants bieten estnische oder mittelalterliche Küche sowie internationale Speisen, die Hotels haben ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, egal ob Sie modernes Konferenz-Hotel oder Businessclass-Hotel im Geschäfts- viertel von Tallinn suchen, oder Hotels aus der Tourist- oder Luxusklasse, Appartements, Pensionen, Hostels oder Jugendherbergen in der Altstadt oder außerhalb. Gemeinsam ist allen Unterkünften der zuvor- kommende Service der gut ausgebildeten und freundlichen Mitarbeiter. Im Gegensatz zu Riga, dessen Nachtleben üppiger und rauer ist, sind die Bars und Clubs hier meist sehr stylish, was auch für die Gastronomie gilt. Unbedingt sollte man Zeit für eine Tour durch die unzähligen Cafes in den Kellern der Altstadt einplanen. Selbst gemachte Pralines und Kuchen in urigen Gewölben locken nicht nur die Gäste sondern auch die Bewohner der Stadt auf den Rathausplatz und die einmündenden Gassen.

Sie finden bei Baltikum Tours klassische oder thematische Stadtführungen wie z.B. die Tallinn Stadtführung mit Rundfahrt, Ausflüge nach Kadriorg, zum Nationalpark Lahemaa und weiteren Zielen, Karten für Oper und Konzert und viele weitere Kultur- Leistungen. Bei einer Buchung bei Baltikum Tours erfahren Sie nicht nur, wo es original estnische Speisen wie Dingenskirchen für kleines Geld und die besten Kuchen gibt, sondern auch wo man zu Klängen des Akkordeons und dem einen oder anderen Glas Vana Tallinn oder Malli Mallikas auf dem Tresen tanzt.



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