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Reisebaukasten Nida

Nida

Der bekannteste und beliebteste Ort auf der Kurischen Nehrung

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Thomas-Mann-Haus
Thomas-Mann-Haus in Nida

Nidden - Geschichte und Wirtschaft

An der Stelle des historischen Nidden fand man Spuren einer ersten Besiedlung aus der Jungsteinzeit. Urkundlich wurde der Ort dann erstmals 1385 als Noyden in den Chroniken des Deutschritterordens erwähnt, in der Zeit der Zugehörigkeit zu Ostpreußen hieß er dann Nidden. Ur- sprünglich befand sich die Ortschaft ca. 5 km weiter südlich am Grabscher Haken. Wegen fortschreitender Versan- dung und einer Pestepidemie wurde der Ort 1675 aufgege- ben und in etwa gleicher Höhe auf der Seeseite der Kurischen Nehrung neu gegründet. Doch auch die zweite Ortslage versandete und man zog zurück ans Kurische Haff, nun nördlich der Großen Düne, wobei die kleinen Dörfer Purwin und Skruzdyne eingemeindet wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Nehrung geteilt, der südliche Teil wurde dem durch den Versailler Vertrag vom Rest Deutschlands abgetrennten Ostpreußen zugeschlagen, der nördliche Teil stand zu- nächst unter französischer Verwaltung bis sich 1923 die Litauer das Memelland und die Nehrung ihrem jungen Staat eingliederten. Nida war nun der südlichste Ort des litauischen Teils, was sich auch während der sowjetischen Besetzung nicht änderte und bis heute so blieb. Die Grenze zur Oblast Kaliningrad befindet sich südlich der großen Düne.

Lange war die Fischerei die einzige Einnamequelle, Nidden ein Fischerort von vielen am fischreichen Haff. Anfang des 20. Jh. entwickelte sich das Dörfchen wegen seiner reizvollen Lage und den malerischen Fischerhütten, die sich in die Dünen schmiegen, zum beliebtesten Ausflugsziel Ostpreußens. Dies blieb auch unter litauischer Herrschaft so und nach 1945 galt Nida als „das schönste Dorf der Sowjetunion“. Die Sowjets haben dann zwar zunächst im südlichen Ortsteil einige Mietskasernen erbaut, jedoch bald darauf auf der ganzen Halbinsel einen Baustopp verfügt und diese zum Nationalpark erklärt. Heute sind die Mietshäuser durch Begrünung der Landschaft angepasst und beeinträchtigen das Bild des nördlicher gelegenen alten Zentrums mit den Fischerhütten nicht. Nach der erneuten Unabhängigkeit Litauens blieb der Fremdenverkehr der wichtigste Wirtschaftszweig, die Litauer lieben die Nehrung über alles und auch Reisende aus Westeuropa und Skandinavien zieht es in den Sommermonaten hierher.

 

Johannesfest
Johannesfest auf der großen Düne

Kultur in Nida
Thomas Mann und die Brücke

Die kulturellen Zeugnisse Niddens früher Zeiten spiegeln die Naturverbundenheit der Einwohner wider: viele Ornamente aus der Landschaft am Haff finden sich in den Kurenkahn- wimpeln. Mehr darüber können Sie auf der Beschreibung der Kurischen Nehrung lesen.

Agnes Miegel, die später wegen ihrer Rolle im Nationalso- zialismus umstrittene Mutter Ostpreußens, beschreibt in ihrem Gedicht Die Frauen von Nidden das harte und entbehrungsreiche Leben, den ständigen Kampf gegen die Naturgewalten. Der in der Ballade erwähnte Pestfriedhof liegt südlich der am Meer gegründeten Ortschaft.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts kamen viele namhafte Künstler nach Nidden, um sich von der bizarren Landschaft für ihre expressionistischen Werke inspirieren zu lassen, unter ihnen Lovis Corinth sowie Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein, Mitglieder der Künstlervereinigung Die Brücke. Der Gasthof Bode, der noch heute unter dem Namen Nidos Smilte existiert, war Geburtsstätte der Künstlerkolonie Nidden.

Thomas Mann verbrachte mit seiner Familie von 1930 bis 1932 die Sommerfrische in dem inzwischen Nida geheißenen Dorf. Sein 1929 auf dem Schwiegermutterberg erbautes Haus, das er mit dem Preisgeld des im selben Jahres erhaltenen Literaturnobelpreises finanzierte, ist heute ein Museum. Bei seiner Emigration 1933 aus Deutschland verlor er dieses Haus und weitere Immobilien.

Noch heute sieht man in Nida im Sommer viele Maler und Fotografen, die die blauen Fischerhütten und die Kulisse der riesigen Dünen in ihren Bildern festhalten. Besonders schöne Fotos von den Landschaften der Nehrung, vor allem in Schwarzweiß und Sepia, bekommen Sie in dem kleinen, privaten Bernsteimuseum, indem Sie natürlich auch das fossile Harz selbst sowie einen Likör daraus erwerben können.

Zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen für Reisende gehört das Wandern und Fahrrad fahren sowie die Fahrten in historischen Kurenkähnen auf dem Haff oder ein Bootsausflug in das Memeldelta. Fahrräder können Sie in Nida an jeder Ecke mieten, für Gruppen chartern wir gerne die Kurenkähne oder Motorboote.

Wer seinen Urlaub in Nida verbringen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass das Erleben der Natur im Vordergrund steht. Ein Nachtleben oder auch nur eine gute Gastronomie sucht man hier vergebens. Die einzige Ausnahme bildet das in Litauen Jonines genannte heidnische Johannesfest zur Sommersonnenwende. Dann strömen die Litauer aus allen Teilen des Landes in den kleinen Ort und auf die kultisch verehrte Große Düne. Dort oben an der Sonnenuhr aus Granit, die 1999 bei einem Sturm entzwei brach, beginnen die Feierlichkeiten zum wichtigsten Fest des Jahres, bei dem man wohl den sonst herrschenden strengen Katholizismus vergisst. Alt und Jung schmückt sich in Landestracht, die Frauen tragen selbst geflochtene Haarkränze aus Eichenlaub und kulinarische Spezialitäten des Landes werden kostenlos an die einheimischen und ausländischen Gäste verteilt. Dann werden die wunderschönen, mehrstimmigen Lieder angestimmt und man zieht gemeinsam mit Fackeln ins Dorf hinab. Auf der dort in dem kleinen Hafen aufgebauten riesigen Bühne treten die bekanntesten Musiker des Landes auf und die Nacht wird zum Tag gemacht. An Schlaf ist dann nicht zu denken, aber wer will das in der kürzesten Nacht des Jahres schon!

 

Pension Nida
Pension in ehemaliger Fischerhütte in Nida

Nida Hotels, Appartements, Pensionen, Autovermietung, Mietwagen, Restaurants

Wie auf der ganzen Nehrung, so wurde auch in Nida schon während der Sowjetzeit ein Baustopp verhangen. Was für die Natur der Halbinsel ein Segen ist, erweist sich für den Tourismus als schwierig. Da die Nachfrage wesentlich höher ist als das Angebot, sind die Preise zwar entsprechend hoch, doch die Qualität entspricht dem nicht immer. Wenn Sie die Nehrung auf einer Rundreise durch das Baltikum kennen lernen möchten, machen Sie es am besten wie die Einheimischen: mieten Sie ein Zimmer in einer Pension in Klaipeda (Memel) oder auch in einem der Hotels, die dort günstigere Preise und hohe Qualität haben. Mit der Fähre haben Sie in wenigen Minuten über das Haff übergesetzt und können mit Mietwagen, Fahrrad oder Bus zu Tagesausflügen auf die Nehrung starten.

Wenn Sie länger auf der Nehrung bleiben möchten, dann empfehlen wir Individualreisenden ein Nida Hotel. Von den privaten Pensionen in den alten Fischerhäusern haben leider nur sehr wenige einen akzeptablen Standart und diese sind meistens ausgebucht.

Für Gruppen erstellen wir gerne Angebote zu besonderen Konditionen in den Nida Hotels. Da es in diesen nicht sehr viele Zimmer gibt, sollte man schon frühzeitig anfragen und nicht mehr als einfache Tourist-Klasse erwarten. Wenn Sie in Nida Mietwagen möchten, dann können Sie diesen von der Autovermietung von Baltikum Tours in Klaipeda übernehmen und ihn dort oder in vielen anderen Städten des Baltikums wieder abgeben, auch die Fahrt ins Königsberger Gebiet ist möglich. Da auch die Restaurants in Nida eher auf das schnelle Geschäft mit den Tagestouristen eingestellt sind, empfehlen wir mittags frisch geräucherten Fisch in einem Gartenlokal oder beim Picknick am Haff, das wir für Gruppen gerne ausrichten. Wer in Klaipeda wohnt, sollte dann abends besser dort ein Restaurant besuchen.



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