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Reisebaukasten Kurische
Nehrung

Kurische
Nehrung

Hotels und mehr finden Sie in den Orten Nida (Nidden) und Juodkrante (Schwarzort)

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Große Düne bei Nida
Große Düne bei Nida

Kurisches Haff und Nehrung
Geschichte und Geologie

In Litauen, dem Land der „letzten Heiden Europas“, spielen heidnische Götter und Sagen trotz des heute herrschenden strengen Katholizismus im Land nach wie vor eine große Rolle, so auch auf der Kurischen Nehrung, der schmalen, 96 km langen und 380 m bis 3,8 km breiten Halbinsel, die das Kurische Haff von der Ostsee trennt. Einst waren hier der Legende nach nur einzelne, von Stürmen gepeitschte Inseln. Als der Meeresgott Bangputys (Wellenbläser) mal wieder seinem Namen alle Ehre machte, riefen die hier lebenden Fischer die Riesin Neringa um Hilfe an. In ihrer Schürze schöpfte sie Sand, verband damit die Inseln und errichte auf ihnen riesige Dünen, die die entstandene Lagune vor den Wellen und dem Sturm schützten. In die Lagune trieb sie so viele Fische, dass die Fischer fortan nicht mehr auf das offene Meer mussten, um ihre Netze zu füllen. Vergeblich versuchte der Meeresgott ihr Werk zu zerstören, das deren Bewohner zu Ehren der Riesin nun Neringa tauften.

Wie so oft, haben sich auch hier Erinnerungen an graue Vorzeit mit religiösen Vorstellungen vermischt und Mythen und Sagen geschaffen: tatsächlich schuf die letzte Eiszeit vor mehr als 10.00 Jahre eine Kette von Endmoränenhügeln, die wegen des niedrigeren Meeresspiegels noch nicht von Wasser umspült waren. Nach dem Abschmelzen der Gletscher zum Ende der Eiszeit und dem davon ausgelösten Anstieg des Meeres, ragten sie nun als Inseln aus der Ostsee. Vor ca. 7.000 Jahren spülte eine Meeresströmung Sand zwischen die Inseln und schuf durch deren Verbindung somit Nehrung und Haff. Die westlichen Herbst- stürme ließen Dünen entstehen, auf denen schnell dichter Mischwald wuchs.

Spuren ersten Besiedlung reichen bis ins zweite Jahrtausend v. Chr. zurück. Bis ins 13. Jahrhundert n. Chr. lebten hier Kuren, Semben und Zemaiten, Stämme der baltischen Sprachfamilie, von der heute nur noch die litauische und lettische Sprache erhalten geblieben ist. Der Deutsche Orden, der zwar Litauen nie besiegen konnte, aber das nördlichere Livland besetzte, führte seine Heere dorthin über Königsberg und die Nehrung. Die sich in der Folge auf der Halbinsel ansiedelnden Deutschen lebten zunächst mehr oder weniger friedlich als Bauern und Verwalter mit den Ureinwohner zusammen, die weiterhin hauptsächlich Fischfang betrieben.

Erst ab dem 16. und verstärkt im 18. Jh. wurde der Urwald abgeholzt. In der Folgen begannen die Dünen zu wandern und begruben 14 Dörfer unter sich. Im 19. Jh. unternahm das nun hier herrschende Preußen gewaltige Anstrengungen, um die Dünen durch Bepflanzung mit Kiefern zu stabilisieren, was dem Düneninspektor Wilhelm Franz Epha auch leidlich gelang. Seither sind die Bewohner mit der Neubepflanzung und Ausbesserung der Dünen beschäftigt, doch der Westwind fordert seinen Tribut: die Große Düne bei Nida, auch Ostpreußische Sahara genannt, verliert z.Zt. pro Jahr durchschnittlich einen Meter an Höhe und der auf ihr wohl nicht sehr fachmännisch errichtete, als Sonnenuhr fungierende riesige Obelisk, brach 1999 bei einem Sturm entzwei.

Doch zurück nach Preußen, das als Teil des Deutschen Kaiserreiches bis zum Ende des ersten Weltkriegs auch auf der Nehrung regierte. Als sich nach dessen Ende und kurzem Zwischenspiel unter französischer Verwaltung 1923 Litauen das Memelland einverleibte, wurde auch der nördliche Teil der Halbinsel ab Nida litauisch, während der südliche Teil bei Ostpreußen blieb, das durch den Versailler Vertrag vom übrigen Reichsgebiet abgetrennt wurde. Nachdem das Memelland und mit ihm die Nehrung dann im Zweiten Weltkrieg von Deutschland besetzt wurden, wurde nach seinem Ende die nördliche Hälfte der Litauischen Sowjetrepublik eingegliedert und der südliche Teil wurde von dem sowjetischen Bezirk Kaliningrad (Kaliningradskaja Oblast) verwaltet. Seit der Unabhängigkeit Litauens 1991 gehört der Norden zu der jungen Republik, der Süden blieb Kaliningrad angegliedert.

 

Waldbrand bei Smylte
Waldbrand bei Smyltene

Nationalpark Kurische Nehrung Natur: Strände, Dünen und Elche

Die Nehrung fasziniert vor allem mit ihrer einzigartigen Natur. Die Halbinsel trennt die Ostsee vom Haff, das von der Memel mit Süßwasser gespeist wird und nur bei Klaipeda eine 300 m breite Verbindung zum Meer hat. An der Haffseite ist feiner Sandstrand zu finden, doch das Baden ist hier nicht empfehlenswert, da das Wasser nicht besonders sauber ist. Dazu ist an der Meerseite ausreichend Gelegenheit: hinter den hier mit Gräsern und wilden Rosen bewachsenen Dünen befinden sich kilometerlange Sandstrände und Abschnitte mit Kieseln. Während der Strand bei Nida (Nidden) gut besucht ist und viele Freizeitmöglichkeiten bietet, können Sie weiter nördlich Ihren einsamen Traumstrand an der hier sehr sauberen Ostsee finden.

Nach der Wiederaufforstung mit Kiefern im 19. Jh. hat sich der Wald streckenweise naturnah entwickelt, bei Juodkrante (Schwarzort) gibt es noch Reste vom ursprünglichen Wald. Hier kann man auch Elchen begegnen, die die hier wachsenden Pilze und Schwarzbeeren zu schätzen wissen. Auf dem Garniu kalnas (Reiherberg) am Ortsrand von Juodkrante nisten Graureiher und Kormorane in großen Kolonien, Nahrung finden sie reichlich im fischreichen Haff. Vom nahe gelegen Ariu kalnas (Schafenberg) bietet sich ein atemberaubender Blick über Ostsee und Haff. Zwischen Pervalka (Perwelk) und Preila (Preil) liegt der Elchbruch, in dem die größte Chance besteht, die sanften Riesen zu treffen. Bei einem Spaziergang durch die bei Pervalka liegenden Toten Dünen (Kupsten) verliert man sich in sich selbst und erlebt in der bizarren Landschaft, was man unter brüllender Stille versteht.

Der Sommer 2006 war einer der wärmsten und trockensten in der Geschichte des Baltikums. Im Königsberger Gebiet wüteten in diesem Sommer 126 Waldbrände und auch der litauische Teil der Nehrung blieb nicht verschont: im Juni vernichteten die Flammen bei Smiltyne fünf Kilometer jungen Kiefernwaldes. Das schnell über das Land rasende Feuer ließ die Stämme der Bäume stehen. Wie auf einem expressionistischen Bühnenbild ragen die schwarze Stangen aus dem aschgrauen Boden, weit und breit ist keine Farbe zu sehen, bis auf den blauen Himmel, der die Szene noch unwirklicher erscheinen lässt. Doch die Bewohner sehen es mit Gelassenheit, wissen sie doch, dass die Asche guter Dünger ist und die Natur sich ihren Weg wieder bahnt.


Kultur: Bernstein, Kurenwimpel (Kurenkahnwimpel)
Thomas Mann, Max Pechstein und weitere Künstler

Bei Juodkrante lag einst eines der bedeutendsten Vorkommen von baltischem Bernstein, das jedoch Anfang des 19. Jh. erschöpft war. In Nida gibt es heute ein kleines, privat betriebenes Bernsteinmuseum, in dem Gerätschaften zur Herstellung von Schmuck und natürlich viele rohe und bearbeitete Stücke zu sehen und zu kaufen sind. Sogar ein Likör aus dem fossilem Harz kann verkostet werden.

1844 erließ die Königsberger Regierung einen Erlass, nach der jeder Fischer beim Fischen auf dem Kurischen oder Frischen Haff eine mindestens zwei Fuß lange und zwei Fuß breite Flagge in den Farben seines Ortes zu führen habe. Nun war es möglich, die Hafffischerei zu kontrollieren und das Einsetzen verbotener Fangmethoden zu unterbinden, wodurch der Fischbestand bereits bedroht war. Die langen Winterabende haben dann wohl die Fischer inspiriert, die Kurenkahnwimpel zu verzieren. Hierzu schnitzten Sie Dünen, Kirchen, Leuchttürme, Elche und weitere Motive ihrer Gegend in die aus Holz und Blech bestehenden Kurenwimpel, die auch als so genannte Verklicker die Windrichtung anzeigten. 1945 beendeten die Sowjets diesen Brauch und plünderten mit modernen Fangmethoden die Binnengewässer aus. Durch Fangbeschränkungen seit 1991 haben sich die Fischbestände wieder erholt und in Nida kann man auf historischen Kurenkähnen zu nostalgischen Törns auf dem Haff starten.

Anfang des 20.Jahrhunderts verbrachten zahlreiche Künstler die Sommerfrische in der Künstlerkolonie Nidden, unter Ihnen Thomas Mann, dessen Haus in Nida heute ein Museum ist, und die zur Künstlervereinigung Die Brücke zählenden Maler Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff. Mehr dazu finden Sie in der Beschreibung des Ortes Nida.

 

Thomas-Mann-Haus
Thomas-Mann-Haus in Nida

Kurische Nehrung Hotels, Appartements, Pensionen, Mietwagen, Autovermietung, Restaurants

So schön die Nehrung auch ist, darf man dennoch nicht verschweigen, dass die touristischen Angebote hier nicht die höchste Qualität haben. Dies liegt wohl daran, dass die Nachfrage wesentlich höher ist als das Angebot. Bereits zu Sowjetzeiten wurde in dem Nationalpark ein Baustopp verhangen, was natürlich einerseits lobenswert ist und die Natur schützt. Andererseits scheint man sich in vielen Hotels und Restaurants nicht die Mühe zu geben, die man bei den sehr hohen Preisen erwarten dürfte. Wenn die Tagesbesucher mit Einbruch der Dunkelheit Nida verlassen, werden die Bürgersteige hochgeklappt, kaum findet man ein Gartenlokal, das dann noch ein Bier ausschenkt. Dies soll aber nicht vom Besuch des einmalig schönen Reisezieles abhalten. Viel besser wohnt man nämlich am anderen Ufer des Haffs in Klaipeda (Memel), wo nicht nur die Hotels ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis haben, sondern man auch nette Straßencafes, gute Restaurants, Bars, Clubs und viele weitere Kultur- und Freizeiteinrichtungen findet. Machen Sie es am besten wie die Einheimischen: übernachten Sie in einer Pension, einem Appartement oder einem Hotel in der Altstadt von Klaipeda, von wo aus Sie in wenigen Minuten mit der Fähre übers Haff gesetzt haben. Von dort fahren alle paar Minuten Busse nach Juodkrante und Nida. Natürlich können Sie bei Baltikum Tours in Klaipeda nicht nur Hotels, Appartements oder Pensionen buchen, sondern erhalten von unserer Autovermietung auch einen Mietwagen, mit dem Sie nicht nur den schmalen Streifen zwischen Ostsee und Lagune, sondern auch das Memelland und das Memeldelta oder die Küste des Festlandes erkunden können.

Wer gerne auf der Halbinsel wohnen möchte, findet in Nida (Nidden) und Juodkrante (Schwarzort) die besten Angebote der von Baltikum Tours ausgewählten und regelmäßig kontrollierten Hotels, Pensionen und Appartements.



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