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Riga - Lettlands quirlige Hauptstadt

Die Geschichte der baltischen Metropole

Dom zu Riga
Dom zu Riga
1198 wurde der Name Riga erstmals in einer Chronik erwähnt. Bereits 1158 gründeten Kaufleute an der Stelle, an der heute der Albertplatz liegt, in der Nähe der Mündung des kleinen Rige-Flusses (lett. Ridzene) in die Düna (lett. Daugava), eine Siedlung. Diese diente auch als Handels- zentrum. Der Name Riga leitet sich vom Flüsschen Rige ab. 1201 gründete der aus Bremen stammende Albert, Bischof von Livland, die Stadt Riga, die Hauptstadt des Ordensstaa- tes Livland wurde.
Schwarzhäupterhaus in Riga
Schwarzhäupterhaus in Riga
Riga war nicht nur eine wichtige Handelsstadt, auch war sie Sitz der Erzbischöfe. Mit dem Erzbischof als Stadtherrn konkurrierte der ihm unterstellte Livländische Orden. Im Jahre 1282 trat Riga der Hanse bei und 1352 wurde die Kleine Gilde der Handwerker, 1354 das Schwarzhäupterhaus (Große Gilde der Kaufleute), gegründet. Nach dem Zusammenbruch des Ordensstaates 1561 war die Hansestadt Riga rund 20 Jahre autonom, bis sie sich 1581 dem polnischen König unterwarf. 1621- 1710 folgte eine wirtschaftlich und kulturell fruchtbare Periode schwedischer Herrschaft. Riga war damals größte Stadt Schwedens. 1710 ging die reiche Handelsstadt Riga an Peter I., der die Stadt im Großen Nordischen Krieg für Russland gewann.
Zeppelinhangars in Riga
Zeppelinhangars in Riga
Da Riga direkt am Fluss Daugava lag und somit einerseits einen Zugang zur Ostsee hatte, andererseits über den Fluss die Schiffe bis Russland fahren konnten, war über Jahr- hunderte hinweg die Stadt besonders für den Handel wichtig. Schnell stieg die Einwohnerzahl an und bis Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich auch die Industrie rasant entwickelt. Der Hafen in Riga wurde nach dem Bau von Eisenbahnlinien nach Kernrussland ausgebaut und war zu Beginn es 20. Jahrhunderts einer der wichtigsten Export- häfen im Russischen Reich. Die wichtigsten Industrieberei- che damals waren das metallverarbeitende Gewerbe, eben- so wie Gummi-Manufakturen. 1913 war die Fabrik "Provodnik" der zweitgrößte Hersteller für Autoreifen. Größter Arbeitgeber war in dieser Zeit die Russisch-Baltische Waggonfabrik mit bis zu 4.000 Arbeitern. Daneben waren aber auch die Industriezweige der Textilverarbeitung, Tabakherstellung und Brauereien, später auch die Elektroindustrie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die berühmten, heute als Markthallen genutzen Zeppelinhangars, wurden nicht in Riga zur Produktion der Luftschiffe genutzt, sondern sind aus Wainoden stammende Reparationsleistungen. Die Arbeiterviertel in Riga lagen hauptsächlich in der Petersburger Vorstadt, der Moskauer Vorstadt und der auf der linken Seite der Daugava liegenden Mitauer Vorstadt. Die offizielle Amtssprache war bis in die Zarenzeit hinein Deutsch und wurde erst 1891 vom Russischen abgelöst. Dennoch verloren die Deutschen wenig an ihrem politischen Einfluss in Riga.
Der Erste Weltkrieg bremste den Aufschwung in Riga, da entlang der Daugava die Frontlinie verlief. Am 18.11.1918 riefen in Riga die Letten nach der Besetzung durch die Deutschen erstmals in der Geschichte die unabhängige Republik Lettland aus, die etwa zwanzig Jahre Bestand hatte und infolge des Hitler-Stalin-Paktes unterging.
Synagoge in Riga
Synagoge in Riga
1941 bis 1944/1945 war Riga von den Deutschen besetzt. Die Juden in Riga hatten sich im Ghetto einzufinden und wurden noch 1941 zum größten Teil nahezu ausgelöscht. Riga war von den Nazis neben Minsk als Hauptort für Massenerschießungen auch von deutschen Juden "ausersehen". Heute ist nur noch eine Synagoge in Riga, ein Jugendstilbau von 1904, erhalten. Nach Kriegsende wurde die Unabhängigkeit Lettlands nicht wiederhergestellt.
Freiheitsdenkmal in Riga
Freiheitsdenkmal in Riga
Erst 1991 wurde Riga wieder zur Hauptstadt des freien unabhängi- gen lettischen Staates und erlebte bis 2008 eine enorme wirtschaftli- che Blüte. Das Freiheitsdenkmal stammt von 1935 und sollte wäh- rend der sowjetischen Besatzung des Landes gesprengt werden, was jedoch verhindert werden konnte. Der Name der Stadt wird zuneh- mend im Westen wahrgenommen. Dazu hat sicherlich auch beige- tragen, dass hier der Grand Prix d'Eurovision 2003 stattfand. 2006 lockte die Eishockey-WM tausende Fans nach Riga.
Jugendstil in Riga
Jugendstil in Riga
1998 wurde die Altstadt Rigas zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Seine Altstadt gehört zu den ältesten und traditionsreichsten im Ostseeraum. Gerade deshalb und wegen der vielen erhaltenen Jugendstilhäuser ist Riga immer eine Reise wert.
Balsamverkostung in Kellerbar
Balsamverkostung in Kellerbar
Wer nach Riga kommt, sollte "Rigas Melnais Balzams" (Rigas Schwarzer Balsam) probieren, der im Som- mer pur getrunken, im Winter mit heißem schwarzen Johannis- beersaft gemischt wird. In einer kleinen Kellerbar in der Altstadt von Riga präsentiert Ihnen ein Alchimist die Herstellung des Kräuterlikörs aus allerlei geheimen Zutaten und lässt Sie natürlich auch von dem Elexier kosten.


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