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Die Daugava (Düna) - Lettlands großer Strom

Rigas Hafen, Gründung der Stadt Riga

Fernsehturm an der Daugava
Fernsehturm an der Daugava
Die Daugava, zu deutsch Düna, ist ein insgesamt 1.020 Kilometer langer Fluss, dessen Quelle in Russland liegt. Die Daugava fließt in ihrem Verlauf durch Russland, Weißrussland und Lettland, wo sie in die Rigaer Bucht mündet. In Lettland legt die Daugava 357 Kilometer zurück und ist damit der längste Fluss des Landes.
Blick auf die Zeppelinhangars
Blick auf die Zeppelinhangars
Auf dem Stadtgebiet Rigas ist der Fluss bis zu 700 Meter breit und etwa 8-9 Meter tief. Ursprünglich war die Daugava in Riga sehr breit und flach, mit vielen Sandbänken, kleinen Inseln und Kanälen. Seit der Gründung Rigas vor über 800 Jahren hat der Fluss seinen Lauf noch etwas verändert und trennt Riga in zwei Teile - die historische Altstadtseite und die Zentralstadt von Pardaugava, zu deutsch "Überdüna".
Bereits in der Wikingerzeit und später in der Hansezeit war die Daugava ein wichtiger Handelsweg, auf dem Güter nach Litauen, Weißrussland und Russland transportiert wurden. Der Hafen von Riga lag von Alters her nicht direkt an der Ostsee, sondern an der Daugava, die Verbindung zur Ostsee bzw. Rigaer Bucht hat.
Mit dem Anschluss an das gesamtrussische Eisenbahnnetz wuchs die Bedeutung Rigas als Seehafen enorm an - zwei weitere Häfen wurden angelegt - Bolderaa (Bolderaja) und Mühlgraben (Vecmilgravs). Da sich Bolderaa auf der anderen Daugavaseite befand - die Eisenbahn verlief am rechten Ufer - wurde 1872 die Eisenbahnbrücke über die Daugava gebaut, die auch Kutschen und Fußgängern die Überquerung des Flusses erlaubte. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es nur die Floßbrücke, die wegen des Eises im Winter abgebaut werden musste. 1851 wurde die Daugavamündung korrigiert, um die Einfahrt zum inneren Hafen für große Schiffe zu ermöglichen.
1896 wurde die Floßbrücke durch eine Pontonbrücke ersetzt. Zu ihr gehörte die "Rosenbachsche Badeanstalt" mitten in der Daugava. 1904 wurde eine weitere Eisenbahnbrücke eröffnet, die alte blieb als Straßenbrücke bestehen. Daneben gab es einen Fährverkehr zwischen den beiden Uferseiten der Daugava. Heute verbinden drei Straßenbrücken und eine Eisenbahnbrücke, die das Stadtbild Rigas wesentlich prägt, die beiden Stadthälften.
Eisangler auf der Daugava
Eisangler auf der Daugava
Da in der Sowjetzeit mehrere Staudämme mit zugehörigen Wasserkraftwerken gebaut wurden, ist die Daugava heute nicht mehr schiffbar. Die Dämme minimieren aber die Gefahr des im Frühjahr einsetzenden Eisganges insbesonde- re für die Großstadt Riga. Heute findet man im Sommer viele Angler und Badende an den Ufern der Daugava. Im Winter ist das Eisangeln sehr beliebt, sobald die Eisdecke des Flusses trägt, manchmal auch schon vorher!
Abendstimmung
Abendstimmung
Mit dem Fluss ver- bindet sich die Stadtgründungslegende um den Hl. Christophorus. In alten Zeiten, als es Riga noch nicht gab, trug ein hochgewachsener Mann hier der Große Christoph genannt an der Stelle, wo heute Riga liegt, Menschen über den Daugavafluss. Als Unterkunft hatte sich Christoph eine Hütte am rechten Ufer errichtet. Eines Nachts hörte er, wie am anderen Ufer ein kleines Kind weinte. Er wollte es sogleich über den Fluss holen. In der Mitte des Flusses aber wurde ihm das Kind so schwer, dass er es nur mit großer Mühe herüberbrachte und in seiner Hütte schlafen legte. Am nächsten Morgen fand er anstelle des Kindes einen Beutel voller Goldmünzen. Christoph hielt das Geld zusammen bis zu seinem Lebensende. Nach seinem Tode wurde das Geld zur Gründung Rigas verwendet. Die ersten Häuser wurden an der Stelle gebaut, wo Christophs Hütte gestanden hatte.


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