Allgemeine baltische Geschichte
Die Ursprünge der baltischen Sprachen und Völker
Litauen und Lettland verbinden zunächst sprachlich-ethnische Wurzeln:
Sie sind baltische Völker im engeren Sinne, die neben den Romanen, Germanen und Slawen eine eigene Gruppe der indogermanischen Sprach- und Völker-Familie darstellen. Wie von vielen Litauern heute noch stolz erzählt, soll ihre Sprache eng mit dem Sanskrit verwandt sein.
Zurückgehend auf Zuwanderer aus europäischen und asiatischen Fischer- und Jäger-Völkern, entstand durch Vermischung um 7000 v. Chr. an der Südostküste der Ostsee die erste eigenständige Kultur. Um 2000 v. Chr. setzte sich Ackerbau und Viehzucht durch, die Gründung baltischer Kultur.
Hieraus bildeten sich im Laufe der Zeit sprachliche Untergruppen: Die Lettgallen, Selen und Kuren besiedelten das heutige Lettland, die Semgallen das südliche Grenzgebiet bis ins heutige Litauen hinein. Dort wohnten die Schemaiten und Aukschtaiten, südwestlich die Pruzzen (Altpreußen).
Steingräber bei JöelähtmeCa. 2500 v. Chr. breiteten sich auf dem Gebiet des heutigen Estland bis hinein nach Lettland Angehörige der finno-ugrischen Sprachfamilie aus. Sie kamen von Osten her, teilten sich auf und besiedelten auch die Gebiete des heutigen Finnland sowie das Gebiet von Ungarn. Sie sind die Vorfahren der Esten, Finnen und Ungaren, deren Sprache nicht die geringste Ähnlichkeit zur indogermanischen Sprachengruppe aufweist. Esten und Finnen verstehen sich heutzutage noch mehr oder weniger gut. Bei Jöelähtme östlich von Tallinn wurden bei Arbeiten an der Schnellstraße nach St. Petersburg fast 3.000 Jahre alte Steingräber entdeckt.
Sie wurden ursprünglich nicht als Balten bezeichnet. Heutzutage zählt man sie aber doch dazu. Dies hat auch Sinn wenn man in Betracht zieht, daß der Begriff aus der römischen Mythologie stammt und eine "sagenhafte" Bernsteininsel im Norden bezeichnete. In Lettland vermischten sie sich mit den "echten" Balten und bildeten den Stamm der Liven, deren Sprache heute nur noch wenige sprechen.
Nach der Zeitenwende intensivierte sich der Handel, dessen Routen auf baltischen Flüssen Skandinavien und Mitteleuropa mit Osteuropa und dem Orient verbanden.
Dies weckte natürlich Begehrlichkeiten bei den benachbarten Völkern. Wikinger unternahmen Raub- und Eroberungs-Züge, konnten jedoch nicht Fuß fassen. Dies gelang ebensowenig den Russen, die bereits im 11. Jahrhundert versuchten Herrschaft über estnisches Gebiet zu erlangen.
Auch wenn die Bevölkerung am Handel teilnehmen durfte, blieben Landwirtschaft und Fischerei die Haupteinnahmequellen. Städte gab es gar nicht, nur wenige kleinere Siedlungen in der Nähe von Burgen oder Häfen und Marktplätzen.
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