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Estlands Hauptstadt Tallinn (Reval) - mittelalterliche Perle

Tallinn - wichtigster Hafen Estlands, Stadtgeschichte

Tallinn im Sommer
Tallinn im Sommer
Die Hauptstadt von Estland - Tallinn - gehört zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Städteensembles in Nordeuropa. Dies wissen auch Baltikumtouristen zu schätzen, für die der Aufenthalt in Tallinn häufig zum Höhepunkt ihrer Baltikumrundreise wird. Im Sommer kann es mitunter schwierig werden in Tallinn ein Hotel zu finden, obwohl Tallinn über unzählige Hotels verfügt. Das Wetter in Nordosteuropa macht Tallinn eher zu einem Sommerziel. Aber auch im September lassen sich die interessanten Sehenswürdigkeiten noch gut erobern, kann man sich doch in einem der netten Cafes (estn. kohvik), die häufig in mittelalterlichen Kellern untergebracht sind, echt mittelal- terlichem Feeling hingeben.
Tallinn im Winter
Tallinn im Winter
Doch auch im Winter ist Tallinn immer eine Reise wert. Die Gegend ist von November bis Februar meist schneesicher, was der mittelalterlichen Altstadt eine ganz besondere Atmosphäre verleiht. Die Altstadt ist nachts fast vollständig in oranges Licht getaucht, welches sich im Winter besonders eindrucks- voll im tiefen Schnee wiederspiegelt. Die vielen mittelalter- lichen Keller-Kneipen und -Cafes laden im Winter besonders mit ihrer Gemütlichkeit zum Verweilen ein. Wer einmal stimmungsvoll die langen Nächte des Nordens erleben möchte, ist in Tallinn genau richtig.
Tallinn wurde bereits Mitte des 12. Jahrhunderts erstmals erwähnt, 1219 landete Dänenkönig Waldemar mit einer riesigen Flotte vor der Bucht und eroberte die auf dem späteren Domberg liegende Estenburg Lyndanise. Im Schutze der dänischen Burg siedelten sich bald gotländische und deutsche Kaufleute und Handwerker an. Im 14. Jahrhundert verkauften die Dänen ihre estländischen Besitzungen an den Deutschen Orden (später an den Livländischen Orden, der bis 1561 bestand und offizieller Stadtherr war). Danach kamen die Schweden und 1710 im Großen Nordischen Krieg huldigte die Stadt Peter I., der sie für Russland in Besitz nahm. 1918 wurde Tallinn zur Hauptstadt des erstmals in der Geschichte entstandenen Staates Estland.
Alexander-Newski-Kathedrale
Alexander-Newski-Kathedrale
Die wechselnden Mächte haben über Jahrhunderte ihre architektonischen Spuren hinterlassen. Machtzentrum der Stadtherren war der hoch über der Stadt auf einem Kalksteinfelsen liegende Domberg. Reste der Ordensburg sind hier noch zu sehen, ebenso der einstige Gouverneurspalast, der im 18. Jahrhundert, der alten Burg vorgesetzt wurde und heute das estnische Parlament (Riigikogu) beherbergt. Hoch auf dem Domberg steht auch die prächtige russisch-orthodoxe Alexander-Newski- Kathedrale mit ihren fünf Kuppeln - Machtdemonstration der Zarenzeit (1900). Außerdem findet man auf dem Domberg viele ehem. Adelspalais (heute meist Botschaften) und natürlich den Dom, der seine Ursprünge im 13. Jahrhundert hat und v.a. durch seine mehr als einhundert hölzernen Wappenepitaphe deutschbaltischer Adelsgeschlechter besticht. Aussichtsplattformen bieten einen herrlichen Blick auf den boomenden Passagierhafen von Tallinn und die Unterstadt, die den Bürgern vorbehalten war.
Dicke Margarethe
Dicke Margarethe
Die Unterstadt war die eigentliche Hansestadt Reval (alter Name für Tallinn). Sie spielte im Mittelalter eine wichtige Rolle im Fernhandel über die Ostsee von Westeuropa ins russische Nowgorod. Die Entwicklung von Tallinn hat deshalb eng mit der Entwicklung seines Hafens zu tun. Die mächtige Strandpforte mit dem Kanonenturm (16. Jh.) - die Dicke Margarethe genannt - führte direkt vom Hafen in die Stadt hinein, vorüber an der gotischen St. Olafskirche, die einst mit fast 160m den höchsten Kirchturm Nordeuropas bildete, und den Gildenhäusern. Die Langstraße (Pikk) mündet schließlich auf den Rathausplatz, mit dem gotisch erhaltenen Rathaus aus dem 15. Jahrhundert. Unweit liegen Heiliggeistkirche und Nikolaikirche mit selten gesehenen mittelalterlichen Kunstschätzen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Unzählige gotische Kaufmannshäuser, Stadtmauern mit Wehrtürmen und Toren (über die Hälfte sind in Tallinn erhalten!), Warenspeicher usw. machen Tallinn zu einem Muss für Mittelalter-Fans!
Schloss Kadriorg
Schloss Kadriorg
Außerhalb der Stadt nahe dem Ostseestrand lädt das von Zar Peter dem Großen im 18. Jahrhundert errichtete Ba- rockschloss Kadriorg mit seinen Parkanlagen zum Verweilen ein. Im Stadtteil Pirita sollte man unbedingt die riesige Ruine der Klosterkirche St. Brigitten gesehen haben. Am anderen Ende der Stadt liegt ganz im maritimen Flair an einer Ostseebucht das estnische Freilichtmuseum Rocca al Mare, wo man Bauernhäuser und Landarchitektur aus allen Teilen Estlands besichtigen und sich schließlich im rustikalen Dorfkrug erfrischen kann.


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