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Kurzbiographie des Dichters Simon Dach

Das Ännchen von Tharau - eines seiner bekanntesten Werke

Die Simon Dach Straße in Berlin-Friedrichshain ist besonders bei jungen Menschen wegen ihrer vielen Kneipen bekannt. Aber wer war eigentlich Simon Dach ?
Er wurde 1605 als Sohn eines Gerichtsübersetzers und einer Dichterin in Memel geboren, besuchte dort die Volksschule und mit 14 Jahren die Domschule in Königsberg, später die Lateinschule in Wittenberg und das Gymnasium in Magdeburg. 1626 flüchtete Simon Dach vor der Pest und dem Dreißigjährigen Krieg aus Sachsen-Anhalt in seine Heimat und studierte in Königsberg (heute Kaliningrad) an der Albertina Theologie und Philosophie. Ab 1633 lehrte er an der Domschule und wurde dort 1639 Konrektor. Nebenbei schrieb er Gedichte, hauptsächlich für spezielle Anlässe wie Hochzeiten, Taufen, Geburtstage oder Beerdigungen. Auch verfasste er viele Kirchenlieder, die auch ins Litauische übersetzt wurden. Er promovierte an der Universität in Kaliningrad und wurde 1656 Rektor. Im April 1659 starb Simon Dach an der Schwindsucht.
Seine Freundschaft zu Johann Strobäus, Robert Robertin und Martin Opitz beeinflussten Dachs Dichtungen. Wichtig für ihn war auch sein Freund Heinrich Albert, der Domorganist in Königsberg war. In der sogenannten Kürbishütte, einem von Kürbissen umrahmten Haus in Alberts Garten, trafen sich regelmäßig Musiker und Dichter aus Königsberg, um gemeinsam zu musizieren und Gedichte und Prosa zu lesen.
Simon Dachs berühmtestes Werk ist wohl das Volkslied "Ännchen von Tharau", im Original "Anke van Tharaw". Dieses Lied wurde erstmals von Heinrich Albert vertont. Später komponierte Friedrich Silcher die heute bekannte Melodie und Gottfried Herder übersetzte den Text vom Plattdeutschen ins Hochdeutsche.
Anke Neander, das Ännchen von Tharau, wanderte als Kind mit ihrer Familie aus Schlesien aus. Kurz darauf starb ihre Mutter, bald auch ihr Vater. Deshalb zog sie zu ihrem Onkel Caspar Stolzenberg, der als Brauherr in Königsberg lebte. Im Haus des Patenonkels verkehrten viele Dichter und Professoren, so auch Simon Dach.
Dieser führte seinen Freund Pfarrer Johannes Portatius in diese Gesellschaft ein. Portatius heiratete 1636 Anke Neander und nahm eine Pfarrstelle in Tharau an. Zum Anlass dieser Hochzeit dichtete Dach das Lied Ännchen von Tharau. Unbekannt ist aber, ob er selbst auch in diese Frau verliebt war.
1910 wurde in Klaipeda vor dem Stadttheater erstmals ein Denkmal für Simon Dach errichtet, ein Brunnen mit der Figur des Ännchen von Tharau als Mittelpunkt. Bereits in der Nazizeit musste der Brunnen einer Hitlerbüste und in der Sowjetzeit einem Panzerdenkmal weichen. 1988 beschlossen einige Klaipedaer mit Hilfe von Deutschen ein neues Ännchen von Tharau-Denkmal aufzubauen. Das Original war verschwunden, so musste eine neue Figur erstellt werden. Was sich als schwierig erwies, denn es gab nur wenige Photos. Da sich aber mit der Zeit eine Büste und auch kleine Gipspuppen der originalen Figur fanden, konnte ein neues Ännchen von Tharau aus Bronze gegossen werden. 1989 wurde der neue Brunnen am alten Platz vor dem Stadttheater eingeweiht und gehört heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Klaipeda.


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