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Der Peipussee (peipsi järv) zwischen Estland und Russland

Peipussee auf der Karte
Peipussee auf der Karte
Der Peipussee (estn. Peipsi Järv) bildet zusammen mit seinem Abfluss in den Finnischen Meerbusen - dem Narvafluss - eine natürliche Grenze zwischen Russland und Estland. Er verfügt über ca. 30 Zuflüsse und ist mit seinen 3.555 Quadratkilometern Fläche der fünftgrößte See Europas. Seine maximale Breite beträgt 50 km, in Nord-Süd Richtung hat er etwa 143 km Länge. Die tiefste Stelle liegt bei etwa 15 m, die durchschnittliche Tiefe nur bei etwa 8 m. Der See ist in drei Teile gegliedert: der Große See im Norden, der Warme See in der Mitte und der Pleskauer See (Pskower See) im Süden, der fast vollständig auf russischem Territorium liegt.
Nordufer
Nordufer
Da der Peipussee sehr flach ist, wärmt er sich schnell auf und viele Menschen nutzen ihn im Sommer als Badesee, wobei sie vor allem das von Dünen und Wäldern durchzogene Nordufer zwischen Kauksi und Vasknarva bevorzugen, denn gerade die Westufer sind sehr schilfig.
Westufer
Westufer
Seine Was- sertempera- tur kann im Sommer bis 22 Grad Celsius ansteigen. Außerdem ist der Peipussee sehr fischreich, was viele Angler anlockt. Im Winter friert der See regelmäßig zu (ca. 0,5 m Eisdicke) und es türmen sich oft meterhohe Eisschollen auf.


Ikone von Alexander Newski
Ikone von Alexander Newski

Die Alexander-Newski-Schlacht auf dem Peipussee

Vielen ist der Name des Peipussees am ehesten durch die berühmte "Schlacht auf dem Eise des Peipussees" von 1242 bekannt. Damals kam es zur "Entscheidungsschlacht" zwischen Truppen eines zahlen- mäßig wohl unterlegenen Deutschen Ordensheeres und dem russi- schen Aufgebot des Fürsten von Nowgorod Alexander. Der Deutsche Orden hatte nachdem er 1237 die Reste des Schwertbrüderordens in Livland aufgenommen hatte, eine expansive Politik gen Osten betrieben und die südlich des Peipussees gelegene für die Russen so bedeutende Handelsstadt Pskow (dt. Pleskau) besetzt. Alexander, der Nowgoroder Fürst, der seit seinem Sieg über die Schweden an der Newa 1240 den Beinamen Newski trug, formierte nun ein starkes russisches Aufgebot gegen die Eindringlinge.
Alexander-Newski-Schlacht
Alexander-Newski-Schlacht
Als am 5. April 1242 eine russische Vorhut von dt. Rittern bis ans Ostufer des vereisten Sees verfolgt wurde, kam es zur Eisschlacht. Die russische Hauptmacht schlug in der Nähe der Insel Piirisaar das über das Eis aufmarschierende Ordensheer mitsamt dem Ordensmeister. Teile der schwer gepanzerten dt. Ritter brachen samt ihren Pferden ein und ertranken im Peipussee. Wochen später schloss der Orden mit Newski einen Frieden, der auch die Grenze des Livländischen Ordenslandes am Peipussee besiegelte und den von Mongolen und Tataren geplagten Russen die Westgrenze sicherten.
Die Grenze durch den Peipussee bildete fortan auch die Grenze zwischen römischen und russisch-orthodoxen Christen. Heute ist diese Grenze zwischen Russland und Estland gleichzeitig die EU-Außengrenze und mit bald 800 Jahren eine der ältesten Grenzlinien in Europa.
Alexander Newski-Kathedrale
Alexander Newski-Kathedrale in Tallinn
Alexander Newski ist 1547 von der Russisch-Orthodoxen Kirche zum Nationalheiligen erklärt worden. Es gibt kaum eine große Stadt im einst russischen Baltikum, in der nicht eine russische Kirche nach ihm benannt ist. Auch im 20. Jahrhundert wurde Newski und die Schlacht auf dem Peipussee zu propagandistischen Zwecken der Sowjets benutzt als der aus Riga stammende Regisseur Sergej Eisenstein 1938 seinen berühmten Film "Alexander Newski" aufnahm. Er zeigt in eindrucksvollen Bildern eine der folgenreichsten und blutigsten Schlachten im Baltikum des Mittelalters.


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