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Estlands Kur- und Badeort Pärnu

Seebad mit Tradition

Schach am Strand
Schach am Strand in Pärnu
Pärnu ist ein gemütliches Seebad an der estnischen Westküste und hat etwa 50.000 Einwohner. Durch die Stadt fließt der gleichnamige Fluss und trennt die Altstadt von der Neustadt. Direkt an der Altstadt findet man einen kilometerlangen Strand mit feinem weißen Sand. Pärnu wird die estnische Sommerhauptstadt genannt.
Ursprünglich existierten hier zwei Städte links und rechts des Flusses. Der Deutsche Orden errichtete anstellte der heutigen Altstadt von Pärnu (dt. Pernau) 1241 eine Burg, die 1265 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Aber auch Kaufleute und Handwerker ließen sich hier nieder.
Da Pärnu einen eisfreien Hafen hatte und man auf dem Pärnu-Fluss die Städte Tartu und Pskov gut erreichen konnte, wurde die Stadt bald zu einem wohlhabenden Mitglied der Hanse. Durch den Livländischen Krieg fiel die Stadt an die Schweden, später im Großen Nordischen Krieg an das russische Zarenreich. Von 1699 bis 1710 war die Universität Dorpat (Tartu) in Pärnu untergebracht.
Strandhotel
Strandhotel in Bootsform
1883 wurde die erste Badeanstalt in Pärnu eröffnet. Seitdem ist die Stadt ein beliebter Kurort. Es gibt zahlreiche Hotels und Pensionen. Am Stadtstrand gibt es Cafés, Sportangebote und einen Yachthafen. Sehenswert ist hier auch das Strandhotel, das an ein Schiff erinnert. Da die Bucht zum Rigaer Meerbusen nicht nur windgeschützt, sondern auch sehr flach ist, halten sich an diesem Strand gerne Familien auf. Bis man in tieferes Wasser kommt, muss man einige Zeit laufen. Es gibt überall Umkleidekabi- nen und auch Spielplätze und Volleyballfelder. Außerhalb der Saison wirken der Strand und die Stadt ziemlich verlassen.
In der Altstadt kann man viele Baudenkmäler besichtigen. Zum Beispiel das Tallinner Tor (Revaler Tor) - ein Walltor, daß als einziges der vier Stadttore Kriege und Feuer überdauert hat. Es wurde im 17. Jahrhundert im barocken Stil errichtet und erinnert von der Südseite an einen Triumphbogen. Von den Befestigungsanlagen aus dem 15. Jahrhundert steht noch der rote Turm, der als Gefängnisturm diente. Von den ehemaligen vier Geschossen sind aber nur noch drei erhalten.
<b>Katharinenkirche in Pärnu
Katharinenkirche in Pärnu
Sehenswert ist auch die Katharinenkirche. 1767 wurde diese orthodoxe Kirche gebaut, nachdem Katharina II. 1764 Pärnu besucht und diese Kirche gestiftet hatte. Die Barockkirche ist auffallend, da sie einen schmalen Turm mit hoher Spitze aufweist, daneben eine Kuppel, die von vier kleineren Türmchen umgeben wird. Die Architektur ortho- doxer Kirchen im Baltikum wurde durch diesen Bau beeinflusst.
Etwas älter ist die protestantische Elisabethkirche. Diese wurde zwischen 1744 und 1747 vom Rigaer Baumeister J.H. Güterbock gebaut. Ihr Name geht auf Zarin Elisabeth - ihre Stifterin - zurück. 1750 wurde sie eingeweiht, 1893 das Südschiff angebaut. Die Orgel von 1929 zählt zu den besten in Estland.

Villa Ammende
Villa Ammende
Der Strandpark in Pärnu wurde bereits 1882 angelegt. In der Nähe findet man eine der wenigen Jugendstilvillen des Baltikums - die Villa Ammende, 1905 für den Großhändler H. Ammende gebaut. Später wurde sie als Konkursmasse an Pärnu verkauft und war zwischen 1927 und 1935 ein Sommercasino. Seit 1999 befindet sich in der Villa ein Hotel mit Restaurant, nachdem das Haus renoviert und restauriert wurde.
Nahe des Strandes findet man ein Moorbad. Dieses Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im neoklassizistischen Stil gebaut und zählt zu den Symbolen des Kurortes.


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