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Ostpreussen - Geschichtlicher Abriss

Ostpreußen - Sehenswürdigkeiten

Man schätzt, daß im ostpreußischen Gebiet bereits 2.000 v. Chr. die ersten Menschen siedelten. Ostpreussen lag zwischen Polen und Litauen. Der nördliche Teil des einstigen Ostpreussen bildet heute das russische Kaliningrader Gebiet.
Die ursprüngliche Bevölkerung in Ostpreussen waren die Pruzzen. Die ersten Reiseberichte aus Ostpreussen stammen aus dem 11. Jahrhundert. Bereits im 10. Jahrhundert war diese Gegend sehr begehrt, sowohl von den Deutschen als auch von den Polen und es kam immer wieder zu Kämpfen. Für die Polen waren die Gebiete von Ostpreussen deshalb von Bedeutung, weil sie dadurch einen offenen Zugang zur Küste erhofften. Nachdem mehrere Versuche, das Land zu erobern scheiterten, verbündete sich Konrad von Masowien mit dem Deutschen Ritterorden. Der Ritterorden bekam für seine militärische Unterstützung Landrechte in Ostpreussen. 1226 bestätigte Friedrich II. mit der Goldenen Bulle von Rimini diesen Besitz, später wurde er auch von Papst Gregor IX. höchstpersönlich bestätigt.
Die Geschichte von Ostpreussen war nun durch die Christianisierung der Bevölkerung geprägt. Die vier Bistümer, in die Ostpreussen aufgeteilt wurde, unterstanden dem Erzbischof in Riga. Aber auch die Schweden hatten Einfluss auf die Geschichte in Ostpreussen, so hatten sie lange Jahre die Herrschaft inne. Im Jahre 1544 wurde die Universität Albertina in Königsberg gegründet. Sie wurde nach ihrem Initiator Herzog Albrecht aus Schweden benannt. In dieser Zeit entstanden die Prutenischen Tafeln, zur Bestimmung der Position von Sonne, Planten und Mond, und die erste Landkarte von Ostpreussen wurde erstellt. Es folgten auch weitere geographische Ostpreussen - Karten.
1568 erbte Albrecht Friedrich den Posten seines Vaters Albrecht. Dieser Sohn litt allerdings an einer Geisteskrankheit und so ging die Herrschaft über Ostpreussen an die Hohenzollern, die bis 1596 andauerte. Durch die Vereinigung mit Brandenburg entstand das Königreich Preußen. 1701 krönte sich der Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg-Hohenzollern in Königsberg, selbst zum König in Preußen.
Bis Ende des Zweiten Weltkrieges war Königsberg die Hauptstadt von Preußen bzw., Ostpreussen. Durch den 1815 stattfindenden Wiener Kongress wurde Preußen wieder in die zwei Provinzen Westpreußen und Ostpreussen geteilt, wobei die Hauptstadt Ostpreussens weiterhin Königsberg blieb, die von Westpreußen wurde Danzig. Die beiden Provinzen bildeten den nördlichsten Zipfel des deutschen Reiches bis 1919.
Wie Ostpreussen bereits vorher oft Schauplatz von Kriegen und Schlachten war, so wurde es im Ersten Weltkrieg wieder zur Frontlinie. Durch den Versailler Vertrag wurden sowohl West- als auch Ostpreussen in verschiedene Regierungsbezirke aufgeteilt. Ostpreussen blieb deutsch. Was aber zur Folge hatte, daß der Landweg zwischen Ostpreussen und dem Deutschen Reich sehr beschwerlich war, da die Reisenden durch den sogenannten Polnischen Korridor mussten.
Das Wappen von Ostpreussen enthielt den gekrönten Adler. Das Ostpreussenlied "Land der dunklen Wälder" entstand etwa in den 1930er Jahren und stammt aus der Feder von Herbert Brust und Erich Hannighofer aus Königsberg. Da dieses "Oratorium der Heimat" schnell an Beliebtheit gewann, wurde es zur neuen Hymne der Ostpreussen. Heute ist das Lied vor allem für die Vertriebenen von 1945/1946 von Bedeutung.
Am Kriegsende mussten sich viele der Einwohner auf die Flucht aus Ostpreussen begeben, da nun die Folgen auf das deutsche Volk zurückschlugen. Da keine Hilfe von offiziellen Stellen kam, flüchteten die bedrohten Einwohner Ostpreussens in langen Flüchtlingstrecks Richtung Deutschland. Viele starben an Hunger und den Qualen der Reise, andere wurden von Soldaten getötet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die ehemalige Provinz Ostpreussen zwischen Polen und der Sowjetunion aufgeteilt. Das total zerstörte Königsberg wurde 1946 in Kaliningrad umbenannt, nach dem sowjetischen Politiker Michail Iwanowitsch Kalinin.
Ehemalige deutsche Ostgebiete, wie Ostpreussen hatten berühmte Namen, die wir bis heute kennen, so Heinz Sielmann, Marion Gräfin von Dönhoff, Johann Gottfried Herder, Käthe Kollwitz, Imanuel Kant, Nikolaus Kopernikus.
Ostpreussen war und ist immer eine Reise wert. Nicht nur wegen seiner schönen Landschaft, sondern auch wegen vieler historisch wichtiger Plätze, die man bereisen kann. Wenn sie Ihren Urlaub in Ostpreussen verbringen, sollten Sie sich nicht nur den Oberländer Kanal mit seinem Aufschleppwerk für Schiffe und Allenstein, wo Kopernikus als Verwalter des Kapitels gewirkt hat, ansehen. Man kann auch die Wolfsschanze, Hitlers ehem. Hauptquartier in den Wäldern von Ostpreussen besichtigen. Weniger kriegsverbunden ist der Ort Palmnicken, wo ein großer Tagebau für Bernstein zu sehen ist. Sehr beeindruckend ist auch die aus dem 13. Jh. stammende Marienburg im ehem. Westpreussen, der wohl größte Backsteinbau in Europa. Kaliningrad selbst hat keine Altstadt, aber dennoch altehrwürdige Gebäude, wie die Imanuel-Kant-Universität, die frühere Albertina.


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