Logo und Startbild

Kurische Nehrung und Kurisches Haff

Thomas Mann und die Ostpreußische Sahara bei Nida (Nidden)

Kurische Nehrung
Kurische Nehrung
Die Kurische Nehrung trennt das Kurische Haff von der Ostsee. Dieser Landstreifen ist etwa 96 km lang und an der breitesten Stelle etwa 3,8 km breit, an der schmalsten nur 400 m. Er besteht hauptsächlich aus Sand und stellt einen natürlichen Damm in einer Sichelform dar. Bemerkenswert ist, daß das Haff aus Süßwasser besteht, welches sich nicht mit dem salzigen Meerwasser vermischt.
Memeldelta
Memeldelta
Das Kurische Haff hat einen Zulauf des Flus- ses Memel und auf der Höhe von Klaipeda eine Verbindung zur Ostsee, wo sich auch der Hafen von Klaipeda befindet.
Durch Ablagerungen von Endmoränen in der Eiszeit von vor etwa 13.000-15.000 Jahren entstanden mehrere kleine Inseln, die durch vom Meer angespülten Sand zusammen wuchsen und so die Nehrung bildeten.
Kurenkahn
Kurenkahn
Man geht davon aus, daß bereits 3.000 v. Chr. Die ersten Siedler auf der Nehrung lebten. Bis ins 13. Jahrhundert lebten hier verschiedene baltische Stämme. Später ließen sich auch Deutsche nieder, nachdem der Deutsche Ritterorden eine wichtige Verbindungsstraße von Königs- berg über Memel nach Livland auf der Kurischen Nehrung anlegen ließ. Die Kuren waren meist Fischer, die sowohl im Haff nach Süßwasser- fischen angelten als auch in der Ostsee fischten. Die Deutschen waren eher Bauern.
Wald auf der Nehrung
Wald auf der Nehrung
Bis ins 18. Jahrhundert war die Nehrung dicht bewaldet. Die Bäume wurden später gerodet, um Schiffe zu bauen und die Bevölkerung mit Brennholz zu versorgen. Dadurch kamen die Dünen in Bewegung, was verheerende Wirkung für manche Dörfer auf der Kurischen Nehrung hatte, da sie von den Sandmassen verschluckt wurden. Deshalb wurde im 19. Jahrhundert mit der syste- matischen Aufforstung begonnen.

Johannisfest bei Nida
Johannisfest bei Nida

Große Düne bei Nida

Die große Düne bei Nida (Nidden) zählt mit ca. 60 Metern Höhe zu den größten Sanddünen in Europa. Allerdings wird der Sand durch die Winde abgetragen und ins Haff verweht, was zur Folge hat, dass die Düne ständig schrumpft. Auf ihr wurde ein riesiger, granitener Obelisk errichtet, der als Sonnenuhr fungieren sollte. Leider hat er den ersten Herbst- sturm nicht überstanden. Dennoch ist die "Ostpreußische Sahara" genannte Düne ein beliebtes Ausflugsziel von Reisenden und Einheimischen, besonders am in Litauen Jonines genannten Johannisfest (Mittsommer).
Hexenberg bei Juodkrante
Hexenberg bei Juodkrante
Juodkrante (Schwarzort) ist der älteste Ort auf der Kurischen Nehrung und war im 19. Jahrhundert ein wichtiger Ort für die Bernsteingewinnung. Später war er ein bedeu- tender Kurort, der jedoch durch andere Seebäder wie Nidden bald Touristen verloren hatte.
Die Kurische Nehrung ist mit der Personenfähre von Klaipeda aus zu erreichen. Da die ganze Nehrung seit 1976 unter Landschaftsschutz steht und auch zum Unesco Weltnaturerbe gehört, ist das Autofahren nur beschränkt erlaubt und mit einer zusätzlichen Gebühr verbunden. Seit 1991 ist die Nehrung Nationalpark.
Der nördliche Teil der Nehrung gehört zu Litauen, der südliche Teil zum russischen Kaliningrader Gebiet. Möchte man die in der Mitte verlaufende Grenze passieren, muss man also ein russisches Visum besitzen.
Radweg am Kurischen Haff
Radweg am Kurischen Haff
Die Landschaft lädt ein, durch die Wälder, die meist aus Birken, Fichten und Kiefern bestehen, zu wandern oder lange Radtouren zu unternehmen. Die Dünen können über speziell angelegte Pfade erklommen werden. Über die Landzunge führt eine Hauptstraße, an manchen Stellen wurden aber bereits Rad- und Wanderwege angelegt, die je nach Verlauf und Bewaldung den Blick auf die Ostsee oder das Kurische Haff lenken.
Nicht nur Thomas Mann war von der Kurischen Nehrung begeistert, auch andere Künstler hielten sich regelmäßig dort auf.


• zurück zu Baltikum Infos (Übersichtsseite)

 
nach oben