Infos über Litauen, Land und Leute, Wirtschaft
Allgemeine Länderinfos zu Litauen, dem südlichsten baltischen Land
Alte litauische FlaggeLitauen ist das größte und bevölkerungsreichste Land der drei baltischen Staaten. Im Gegensatz zu seinen baltischen Nachbarn bildete Litauen im Mittelalter einen eigenen Staat - das Großfürstentum Litauen - was nach der Vereinigung mit Polen Ende des 14. Jahrhunderts einer der mächtigsten Staaten in Europa war und von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer reichte. Die Litauer werden oft als das letzte christianisierte Volk in Europa bezeichnet. Erst im 15. Jahrhundert war es zu einer durchgreifenden Christianisie- rung des Landes gekommen.
Litauen wurde katholisch geprägt, anders als Estland und Lettland, wo der lutherische Glaube vorherrscht. Die litauische Sprache ist eine der ältesten in Europa. Sie gehört gemeinsam mit Lettisch und dem ausgestorbenen Pruzzischen dem baltischen Zweig der Indoeuropäischen Sprachen an. Viele Litauer sprechen wegen der Sowjetzweit auch Russisch. Die größte Bevölkerungsgruppe mit über 80% bilden heute die Litauer selbst, in und um Vilnius jedoch leben auch viele Polen und Russen, vor dem Krieg auch viele Juden.
Barocke Kirche in VilniusVilnius war in den Zwanziger Jahren des 20. Jh. von Polen annektiert worden. Noch heute hört man in Vilnius viel Polnisch. Die Stadt wirkt mit ihren vielen barocken Kirchen (im Vergleich zu Riga und Tallinn) recht polnisch. Besucher bekommen im Rathaus von Vilnius touristi- sche Informationen über Litauen. Viele Reisen durch das Baltikum beginnen in Litauen. Eine Perle für Naturtouristen ist die Kurische Nehrung mit ihrem Hauptort Nida - dem schönsten Ort in Litauen.
Wasserburg in TrakaiGesehen haben sollte man außerdem natür- lich Vilnius, die alte Hauptstadt Trakai, Kaunas - die litauischs- te Stadt im Land, Klaipeda - das Tor zur Kurischen Nehrung und den Berg der Kreuze bei Siauliai. Daneben gibt es noch viele stille unentdeckte Orte in Litauen. Seit 1990 weht wieder die grün-gelb-rote litauische Flagge über Vilnius. Seitdem hat sich auch in der Wirtschaft in Litauen viel verändert.
Autobahnraststätte in LitauenDas Land ist wichtiges Transitland für russische Exporte (über den Hafen Klaipeda), verfügt in Mazeiki über die einzige Erdölraffinerie und in Ignalina über das einzige Atomkraftwerk im Baltikum. Verglichen mit den schlechten Straßen in Polen ist die Straßeninfrastruktur in Litauen gut, es gibt sogar Autobahnen. Bemerkenswert sind die sehr gepflegten Raststätten mit guter Küche, von denen man sich hierzulande eine Scheibe abschneiden könnte. Mehr als in Lettland und Estland dominiert noch die Landwirtschaft. Litauische Produkte, v.a. Milchprodukte, Fleisch, Getränke und Süßwaren werden auch in den Nachbarländern z.T. von großen litauischen Einzelhandelsketten wie Maxima und Saulite vertrieben.
Viele Orte in Litauen verfügen über eigene Brauereien und Molkereien. Auch Holz ist ein wichtiger Exportartikel. Von Bedeutung ist auch die Elektroindustrie und der Maschinenbau. Im Wachsen begriffen ist der Dienstleistungssektor und darunter v.a. der Tourismus. Doch immer mehr junge Litauer arbeiten inzwischen in Westeuropa (v.a. in Irland), da die Löhne in Litauen nicht zum Leben ausreichen (ebenso wie in Lettland). Dies verschärft die demografische Situation des mit 3,5 Mio. Einwohnern zwar größten baltischen Staates, aber im internationalen Vergleich doch kleinen Landes.
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