Lettlands Wirtschaft und seine Menschen
Die Hauptstadt Riga, Natur und Küche Lettlands
Freiheitsdenkmal in RigaDie Hauptstadt von Lettland ist Riga. Im Mai 2004 trat Lettland der Europäischen Union bei und zählt somit zu den neuen Mitgliedsstaaten. Die Bevölkerung in Lettland besteht zu einem großen Teil aus in der Sowjetzeit (1945-1991) zugewanderten Russen, in Riga bilden sie sogar die Mehrheit. In der lettischen Hauptstadt hat man es zuweilen als Lette heute nicht leicht, in Lettisch verstanden zu werden. Die große russische Minderheit und der Verlust ihrer Privilegien aus der Sowjetzeit belastet bis heute das Verhältnis zwischen Russland und Lettland. Obwohl Lettisch einzige Staatssprache ist, gibt es in Lettland viele russischsprachige Fernsehsender, darunter das Zweite staatliche Fernsehen.
Die Wirtschaft in Lettland, die auf den sowjetischen Binnenmarkt ausgerichtet war, ist am Ende der Sowjetzeit zusammengebrochen. In der Vorkriegzeit war Lettland wichtiger Exporteur land- und forstwirtschaftlicher Produkte, wie Fleisch, Butter, Leinen, Holz. Heute arbeiten die meisten Hauptstädter im Dienstleistungsbereich, in der Provinz spielt die Nahrungsmittelindustrie eine wichtige Rolle.
Nicht alle Schornsteine rauchen mehrIm Ausland ist Lettland vor allem für seine Produkte aus Leinen und Wolle bekannt. Aber auch Gewerbezweige wie der Maschinenbau, die Metallindustrie und die Holzverarbeitung sind wichtig für Lettland. Als Exportgüter spielen hauptsächlich Holz und Holzprodukte eine Rolle, ebenso Metallprodukte und Textilien, wobei die Hauptexportländer Deutschland, Großbritannien und Schweden sind. Importiert wird besonders aus Deutschland, Litauen und Russland. Die meisten Importgüter sind Maschinen, Elektrogeräte und Mineralprodukte, wie Erdöl.
Die Flagge von Lettland ist eine der ältesten Nationalfarben in Europa, häufig verwechselt mit der österreichischen. Sie besteht aus drei waagerecht verlaufenden Streifen, die beiden äußeren dunkelrot, auch lettischrot genannt, und einem mittleren weißen Streifen. Dabei ist das Verhältnis der Breite der Streifen 2:1:2. Diese Flagge wurde erstmals Ende des 13. Jahrhunderts in Wenden, dem heutigen Cesis, damals eine wichtige Stadt in Lettland und spätere Hansestadt, gehisst. Ein verwundeter lettgalischer (ostlettischer) Stammesführer soll sich auf die weiße Fahne der Kapitulation gelegt und der Stoff sich mit seinem Blut vollgesogen haben. Die Stelle auf der er lag, blieb weiß. Im Jahr 1921 wurde sie zur offiziellen Flagge Lettlands erklärt.
Für das erste große lettische Sängerfest in Riga 1873 komponierte Karlis Baumanis das Lied "Dievs, sveti Latviju" (zu Deutsch: "Gott, segne Lettland"). Im Jahre 1918 wurde dieses Lied bei der ersten Staatsgründung zur Nationalhymne von Lettland, aber erst 1920 offiziell als solche anerkannt.
Störche in KurlandDa die Landschaft in Lettland von vielen Wäldern und Fluren durchzogen ist, gibt es auch noch viele wild lebende Tiere, wie Hirsche, Rehe, Füchse, Biber aber auch Elche, Luchse und Wölfe. Im Sommer kann man vor allem im Kurland sehr viele Störche sehen. Viele dieser Tiere wurden früher auch gejagt und gegessen. So findet man beispielsweise in alten Kochbüchern auch Rezepte für Biberbraten.
Die Küche in Lettland ist wie die Geschichte teilweise von russischen und deutschen Einflüssen nicht frei. Zu den typischen Speisen der Letten gehören graue Bohnen oder Erbsen mit Speck und Zwiebel, das dunkle Brot, Honigkuchen, Hefeteigzöpfe und Pirazinji, kleine mit Fleisch gefüllte Teigtaschen. Ein sehr beliebtes Gericht ist Kartoffeln mit Biezpiens (Hüttenkäse) und eingelegter Hering. Als Beilagen spielen Kartoffeln immer eine große Rolle. Immer noch sammelt man in Lettland gern Beeren und Pilze. Auch wird Gemüse zur Erntezeit oft eingelegt und eingekocht. Zu Weihnachten wird in Lettland ein gekochter Schweinekopf mit Weihnachtserbsen gegessen. Im Sommer zu Johannis gibt es speziellen Janiskäse.
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