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Memel - Die litauische Hafenstadt Klaipeda

Geschichte des Memellandes und Sehenswürdigkeiten

Hafen von Klaipeda
Hafen von Klaipeda
Klaipeda ist heute die wichtigste Hafenstadt Litauens. Jähr- lich laufen rund 7.000 Schiffe in den im Winter eisfreien Ha- fen ein und löschen um die 20 Mio Tonnen Fracht. Inzwi- schen wurde die Fahrrinne vertieft und der Fähranleger für große Kreuzfahrtschiffe ausgebaut. Klaipeda ist häufig Aus- gangspunkt für Fahrten auf die Kurische Nehrung, in den Badeort Palanga mit seinem Bernsteinmuseum und in das so genannte Memelland.
Der deutsche Name der Stadt - Memel - ist den Meisten bestenfalls halbwegs aus der ersten Strophe des Deutsch- landliedes einmal untergekommen ("Von der Maas bis an die Memel..."). Mitte des 13. Jahrhunderts hatte der Livländische Orden die Memelburg in der Nähe der Mündung des Flusses Memel gegründet. Memel war nie Hansestadt, dennoch stand sein Hafen in Konkurrenz mit dem benachbarten Danzig und später den Häfen weiter nördlich. Administrativ gehörte Memel bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zu Preußen - häufig als die östlichste Stadt Preußens bezeichnet.
Die Memel bei Tilsit
Die Memel bei Tilsit
Lange Provinzstadt, wurde Memel schließlich 1807 zur provisorischen Residenzstadt des preußischen Hofes als König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise für ca. ein Jahr im kleinen Memel vor Napoleon Zuflucht fanden. Im Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Memelgebiet östlich des Memel-Flusses vom Deutschen Reich abgetrennt und französischer Verwaltung unterstellt. 1923 besetzten litauische Freischärler das Memelland, daß zu einem großen Teil auch von Litauern bewohnt war.
Die Litauer nennen das Memelgebiet "Klein Litauen" - es spielt in der litauischen Kulturgeschichte eine wichtige Rolle, da hier im "preußischen Litauen" die frühesten Vertreter litauischer Literatur tätig waren. In der Memelkonvention wurde den Deutschen im Memelland Autonomie unter litauischer Staatshoheit zugestanden. Im März 1939 holte A. Hitler das Memelgebiet wie andere Territorien mit großem deutschem Bevölkerungsanteil "Heim ins Reich". Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Memel der Sowjetrepublik Litauen zugeschlagen und spielte eine wichtige Rolle als Hafenstadt.
Cafe in altem Speicher
Cafe in altem Speicher
Touristisch hat die kleine Altstadt erst bei genauerem Hinsehen einiges zu bieten. Die kleinen Handwerkergassen der Altstadt sind wie mit dem Lineal gezogen erst Mitte des 19. Jahrhunderts nach dem Großbrand der Altstadt entstanden. Der aufmerksame Besucher findet hier und da noch alte Fachwerkhäuser aus der Zeit vor dem großen Stadtbrand von 1854. Erhaltene backsteinerne Hafenspei- cher mit vergilbten deutschen Aufschriften an der Dane zeugen vom boomenden Handelsverkehr des 19. Jahrhun- derts.
Ännchen von Tharau
Ännchen von Tharau
Reste der Burg sind im Hafenbereich von Klaipeda zu besichtigen, außerdem lohnt ein Besuch im alten liebevoll restaurierten Postamt, das die preußische Reichspost Ende des 19. Jahrhunderts als Dank für die Unterbringung der königlichen Familie 1807 in Memel mit einem aufwendigen Glockenspiel ausstatten ließ.
Viel Leben herrscht auf dem Bauernmarkt von Klaipeda, wo die Bauern der Umgebung ihre frischen Produkte anbieten. Hauptsehenswürdigkeit auf dem Theaterplatz ist der Simon-Dach-Brunnen, genauer gesagt die Skulptur des von diesem aus Memel stammenden Barockdichters be- sungenen Ännchen von Tharau.


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