Logo und Startbild

Kaunas in Litauen

Stadtgeschichte und Sehenswürdigkeiten

Kaunas ist die zweitgrößte Stadt in Litauen und hat etwa 400.000 Einwohner. Die Stadt Kaunas liegt sehr verkehrsgünstig auf der Via Baltica, die von Norden nach Süden führt, und auf der Ost-West-Autobahn, die die Verbindung von Klaipeda nach Vilnius ist. Östlich von Kaunas befindet sich ein großer Stausee, das sogenannte Kaunasser Meer. Kaunas hat einen Airport, der aber nur wenig genutzt wird, bedeutender für den Personenverkehr ist der Flughafen in Vilnius.
Burg in Kaunas
Burg in Kaunas
Die Altstadt von Kaunas liegt auf einer Landzunge, an der die Nemunas (zu deutsch Memel) und der Neris zusammen fließen. An dieser Stelle befand sich eine Burg, die 1361 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der Deutsche Orden griff die Burg mehrfach an, um sein Gebiet in Ostpreußen mit dem in Livland zu verbinden. Allerdings gelang dies dem Orden nicht.
Im Jahre 1408 erhielt Kaunas die Magdeburger Stadtrechte, im Jahre 1441 wurde die Stadt Mitglied der Hanse. Über die Jahrhunderte wurde Kaunas immer wieder wegen seiner exponierten Lage angegriffen, von den Polen, den Schweden, den Russen. Mehrfach wurde die Stadt durch große Feuer zerstört, aber immer wieder aufgebaut. 1862 wurde eine Eisenbahnverbindung zwischen dem Deutschen und dem Russischen Reich eröffnet, 1898 das erste Kraftwerk.
Da nach der litauischen Unabhängigkeit von 1918 Polen Vilnius eroberten, wurde Kaunas bis 1940 Hauptstadt von Litauen. Es entstanden neue Stadtviertel und die Industrie florierte. Im Jahre 1922 öffnete die erste Universität ihre Pforten. Auch heute ist Kaunas mit über 20.000 Studenten noch eine wichtige Universitätsstadt, was das Stadtbild deutlich prägt.
IX. Fort bei Kaunas
IX. Fort bei Kaunas
Nachdem sowjetische Truppen 1940 Kaunas besetzten, fiel 1941 die Wehrmacht ein und hielt die Stadt bis 1944 besetzt. Im Ghetto Slobodka wurden Juden zusammengepfercht und im IX. Fort, welches noch von den alten Stadtmauern übrig war, hingerichtet, oder in Deportationszügen in andere Konzentrationslager verbracht.
Ab 1944 war Litauen Sowjetrepublik und somit Mitglied der Sowjetunion, die Vilnius wieder zur Hauptstadt ernannte. In Kaunas fand 1972 der erste öffentliche Protest gegen die Zugehörigkeit zur Sowjetunion statt, als sich Romas Kalanta auf dem Platz vor dem Musiktheater selbst verbrannte.
Kathedrale von Kaunas
Kathedrale von Kaunas
Heute ist Kaunas eine Stadt, die vom Studentenleben geprägt ist und einen Zwischenstop auf Reisen wert ist. In der Innenstadt findet man viele Hotels, die von kostengünstig bis gehoben alles abdecken. Auf jeden Fall sollte man die Altstadt besuchen, in der viele alte erhaltene Bauwerke und viele Gaststätten und Cafes zu finden sind.
Rathaus Kaunas
Rathaus Kaunas
Neben den Ruinen der alten Festung findet man die turmlose Georgenkirche und das alte barocke Rathaus, das auch wegen seines hohen Turmes weißer Schwan genannt wird. In der Nähe steht auch die Kathedrale. Insgesamt ist die Altstadt von Kaunas durch viele Kirchen gekennzeichet. Besonders ist die Auferstehungskirche. Diese wurde von Karolis Reisonas entworfen. 1932 fing man an, diese Kirche zu bauen. Allerdings wurde die Kirche vor Fertigstellung unter den Sowjets zu einer Radiofabrik umgebaut. 1988 hat man damit begonnen, die Auferstehungskirche wieder in ein Gotteshaus umzuwandeln und Gottesdienste stattfinden zu lassen.
Auf der Laisves Aleja, der Freiheitsallee, die seit 1982 eine Fußgängerzone ist und mit über 1620 m zu den längsten Straßen in Kaunas gehört, kann man durch die Innenstadt schlendern. Man kommt an Theatern, Museen und vielen Baudenkmälern entlang. Besonders ist das Teufelsmuseum, in dem man über 2000 Teufel aus allen Teilen der Erde bewundern kann.
Einen Ausflug ist auch die Seilbahn von Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem anderen Memelufer wert. Hat man die Spitze der Anhöhe erreicht, hat man einen wunderbaren Ausblick auf ganz Kaunas.


• zurück zu Baltikum Infos (Übersichtsseite)

 
nach oben