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Die Stadt Cesis (Wenden) in Lettland

Stadtgeschichte, die Ordensburg

Johanniskirche in Cesis
Johanniskirche in Cesis
Der frühere Name der Stadt Cesis war Wenden. Heute hat Cesis ca. 20.000 Einwohner. Es liegt im Gauja-Nationalpark. Cesis selbst hat eine gemütliche Altstadt, wozu Überreste der alten Mauern, erhaltene Straßennetze und historische Gebäude zählen, unter anderem die St. Johannis Kirche, die ihre Ursprünge im Mittelalter hat. Bemerkenswert sind auch die mächtigen Ruinen der ehemaligen Ordensburg.
1206 wurde Wenden (Cesis) erstmals urkundlich erwähnt und feiert 2006 sein 800-jähriges Jubiläum. Auf dem Nußberg (Riekstu Kalns), nahe dem Fluss Gauja, stand die sog. Wendenburg, die im 11. und 12. Jahrhundert von den Wenden bewohnt wurde. Der finno-ugrische Stamm der Wenden lebte ursprünglich an der Venta (Windau), einem Fluss in Kurland. Er wurde von den Kuren vertrieben und ließ sich im heutigen Cesis nieder. Die Stadt hat dadurch ihren ursprünglichen Namen Wenden erhalten.
Ordensburg in Cesis
Ordensburg in Cesis
In der Nähe der Holzburg der Wenden baute der Schwertbrüderorden ab 1209 eine Steinburg. Sie war erst die zweite Burg des Ordens außerhalb Rigas. Sie stellte vom 13. bis zum 16. Jahrhundert eine der größten Festungen des Livländischen Ordensterritoriums dar. Die Burg von Wenden war zeitweise Residenz des Ordensmeisters und Sitz des Ordenskapitels.
Als Domkirche diente die 1281-1284 erbaute St. Johannis-Kirche. Viele Geistliche, Ordensmeister und Ritterbrüder sind dort beigesetzt worden, so auch einer der letzten Ordensmeister Wolter von Plettenberg. 1577 sprengten sich die Bewohner der Ordensburg in die Luft, um so der Einnahme der seit Tagen durch Iwan dem Schrecklichen belagerten Stadt zu entgehen. Im Jahre 1703 wurde die Ordensburg im Nordischen Krieg endgültig zerstört und nicht wieder aufgebaut.
1777 kaufte Graf Karl von Sievers die Burg und ließ sie teilweise renovieren. Als Wohngebäude hat er an der Burgruine ein neues Schloss errichten lassen. In diesem befindet sich seit 1949 das Stadtmuseum für Geschichte und Kunst. 1812 hat Karl von Sievers einen Schlosspark anlegen lassen.
Die Stadt Cesis (Wenden) entwickelte sich aus kleinen Ansiedlungen von Handwerkern und Kaufleuten in der Nähe der Burg. Bereits 1221 wurde diese Ansiedlung der Wenden in Chroniken erwähnt. Im 13. Jahrhundert bekam Wenden Stadtrechte und trat 1383 der Hanse bei. Kaufmannsgilden wurden gegründet, ebenso der Schwarzhäupterverein.
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde neben der St. Johannis-Kirche ein neuer Marktplatz angelegt und so das ganze Zentrum der Stadt nach Osten verschoben. Da die Stadt Wenden wichtig für den Handel war, wurde sie im 15. Jahrhundert faktische Hauptstadt des Ordensterritoriums. Hier wurde bis ins 16. Jahrhundert auch eigenes Geld geprägt.
Im Jahre 1785 wurde Cesis (Wenden) Kreisstadt. Die Einwohnerzahl wuchs ständig, da die Stadt wirtschaftlich erblühte. Ein wichtiger Aspekt im wirtschaftlichen Aufschwung war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Errichtung der Eisenbahnlinie zwischen Riga und Valka (Strecke nach St. Petersburg), die durch Cesis verlief, ebenso wie der Bau der Straße von Cesis (Wenden) nach Drabeschi. In dieser Zeit gewann die Stadt auch an Bedeutung als Erholungsgebiet.
Heute ist Cesis beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und wird nicht nur wegen der mächtigen Ruinen der Ordensburg, sondern auch wegen seiner niedlichen Stadtanlage mit viel Holzarchitektur von ausländischen Touristen gern beuscht. Im Sommer finden auf der Freilichtbühne des Schlossparks gutbesuchte Popkonzerte und stimmungsvolle Opern-Open-Air Highligts statt.


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